Aal-Schmuggel global: True-Crime-Podcast und Öko-Thriller bei ZDF & ARTE

Mainz – Kaum jemand ahnt, wie riesig, riskant und rätselhaft das Geschäft mit Aalen ist. Im ZDF-Podcast „BILLION DOLLAR BABIES – Der Aal und die Gier“ folgen Investigativjournalisten Sebastian Weis und Marcel Ozan Riedel den Spuren des internationalen Wildtier-Schmuggels. Mit dabei: eine aal-glitschige Erzählerin – gesprochen von Katja Riemann –, die zwischen Fakten, Mythen und Abgrund navigiert. Startschuss für Podcast und Film: 24. März 2026 auf ZDF, ARTE und überall, wo Podcasts die Ohren kitzeln.

heute 17:05 Uhr | 2 mal gelesen

Der Podcast „BILLION DOLLAR BABIES – Der Aal und die Gier“ nimmt sich ganz dem merkwürdigen Fall einer abgestürzten Frachtmaschine voller winzig kleiner Aale in der Karibik an. Was wie ein halbvergessener Zeitungsartikel klingt, entpuppt sich als Pforte in eine schummrige Unterwelt: Baby-Aale, Glasaale genannt, wechseln für groteske Summen die Besitzer – und werden wie Drogen rund um die Welt verschoben. Über sechs Folgen dokumentieren Weis und Riedel dabei nicht nur die Wege des illegalen Handels, sondern legen auch die tieferen Wurzeln der Aal-Faszination offen. Die Aal-Dame, eine feinsinnig-sarkastische Stimme (geprägt von Katja Riemann), gibt dem gefährdeten Tier einen ungewohnten Tonfall: mal nachdenklich, dann ungehalten, immer überraschend. Sie erinnert uns daran, dass es hier nicht einfach nur um Verbrechen oder Gewinnsucht geht, sondern um einen leisen Skandal, der im Schatten des Alltags wuchert. Der dazugehörige Film „MILLIARDEN DOLLAR BABIES – Große Gewinne mit kleinen Aalen“ wirft noch einen direkteren Blick ins Herz des Netzes: Geschäftemacher, Ganoven, Mittelsmänner und nicht zuletzt die internationalen Verbindungen bis zu den Triaden führen vor Augen, was es bedeutet, wenn eine Art am Rand des Verschwindens steht – und dennoch als Delikatesse auf den Tellern landet. Besonders drastisch werden Umschläge mit Bargeld an den Stränden der Dominikanischen Republik dokumentiert. Die investigative Reise reicht von Paris bis weit nach Asien. Am Ende bleibt eine Warnung, die sich zwischen den Stimmen der Handelnden und der aalkundigen Erzählerin einschleicht: Der Appetit auf diese Fischart droht ihr unwiderrufliches Aus.

Der Podcast und der Film beleuchten ein weitgehend verstecktes, hochprofitables Geschäft mit Glasaalen, deren Bestand mittlerweile als kritisch gefährdet gilt. Nicht nur ökonomische und kriminelle, sondern auch kulturelle und ökologische Aspekte werden dabei durch originelle Erzählansätze wie die Aal-Dame eingeflochten. Recherchen und aktuelle Medienberichte zeigen, dass das Problem dringender wird – denn trotz internationaler Schutzabkommen wächst der illegale Handel durch Schlupflöcher und hohe Gewinne rasant weiter. Zuletzt sind in Spanien erneut große Schmugglerbanden aufgeflogen, die Aale nach Asien exportierten; Umweltschutzorganisationen fordern strengere Kontrollen und warnen vor dem global drohenden Aussterben der europäischen Aalbestände. Verschärfte Grenzkontrollen und neue europäische Initiativen sind zwar im Gespräch, doch das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Behörden und Schmugglern setzt sich bislang fort.

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