Peru steht mit seinem Leid nicht allein da, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Die SOS-Kinderdörfer beleuchten mit ihrer aktuellen Serie, wie der US-Finanzierungshahn weltweit zugedreht wurde – mit fatalen Folgen vor allem für die Schwächsten. Die Reihe macht aber auch einen Bogen nach Afrika und Asien, denn ähnliche Geschichten wiederholen sich, nur mit anderen Statistiken und Gesichtern.
Im Kapitel Peru schlagen vor allem drei Faktoren zu: Der illegale Koka-Anbau wächst unkontrolliert, Kinderarbeit floriert und Kriminalität trifft die Ärmsten am härtesten. Die US-Finanzhilfen waren essentielle Stütze, um wenigstens punktuell Alternativen wie Kakao- oder Kaffeeanbau zu fördern, gerade im heillos armen VRAEM-Tal – jetzt kehren viele Bauern zur einzigen Einkommensquelle zurück: Koka. Und weil kriminelle Gruppen das Sagen haben, landen die Kinder schneller auf den Plantagen als in der Schule. Nach Schätzungen ackerten schon früher mehr als eine Million Kinder – Tendenz steigend, seit Programme zum Kinderschutz wegbrechen.
Ein weiteres Schlaglicht fällt auf Geflüchtete, vor allem auf die rund 1,6 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner. Ohne rechtliche Hilfestellung und Jobsicherheit bleibt ihnen nur das Überleben am Tagelohn, ihre Kinder verlieren komplett den Anschluss an Bildung und Gesundheitsversorgung. Auch indigene Minderheiten, rund ein Viertel der Bevölkerung, bekommen die harte Hand der Kürzungen zu spüren. Diskriminierung, häusliche Gewalt und fehlender Zugang zu elementaren Rechten sind der Alltag – umso dramatischer, da NGOs unter der zusätzlichen Last von Stigmatisierung und Kontrolle ausgerechnet jetzt internationale Gelder dringend brauchen. Arnillas fordert: Internationale Hilfe muss die entstandene Lücke wenigstens ansatzweise schließen – andernfalls sind die Perspektiven für hunderttausende Kinder auf lange Sicht zerstört.
Mit dem Stopp und massiven Rückgang der USAID-Gelder verliert Peru zentrale Programme für Armutsbekämpfung, Bildung und Schutz von Kindern und Jugendlichen. Kinderarbeit und Gewalt nehmen weiter zu; besonders betroffen sind indigene Gemeinschaften und Flüchtlingsfamilien, denen nun Integrations- und Unterstützungsangebote fehlen. Laut jüngsten Nachrichtenquellen verschärft sich die Situation weiter, da Peru neben der gekürzten Entwicklungshilfe aktuell auch mit steigender Inflation, politischer Unsicherheit und einer neuen Migrationswelle aus Venezuela konfrontiert ist. Zahlreiche lokale Organisationen warnen, dass die internationale Gemeinschaft zu langsam reagiert und insbesondere armutsgefährdete Kinder in städtischen Slums zunehmend von illegalen Banden und Ausbeutung bedroht sind. So warnen etwa Hilfswerke und Beobachter, dass nicht nur in Peru, sondern im gesamten Andenraum die Lebensumstände von Millionen Kindern vom Niedergang internationaler Hilfsstrukturen abhängen.