Es ist schon seltsam: Ohne dass große Wellen darum gemacht wurden, sinkt die Zahl der Azubis mit (Fach-)Abitur gemächlich. 2015 hatten fast 28 Prozent der Starter im dualen System Abi oder Fachhochschulreife, 2023 sind es noch 26 Prozent. Keine Revolution, aber auch nichts, was man einfach so ignorieren kann. Wenn man genauer hinschaut, sieht man: Die Mehrheit beginnt nach wie vor mit einem mittleren Abschluss ihre Ausbildung – 43 Prozent der Neuzugänge. Schüler mit Hauptschulabschluss sind seltener geworden: In nur zehn Jahren fiel ihr Anteil von 26 auf 23 Prozent. Und dann gibt es noch die, die ohne jeglichen Abschluss loslegen – das sind beständig drei Prozent, völlig stabil, irgendwie auch bezeichnend.
Was mich überrascht: In manchen Branchen sticht das Abitur regelrecht heraus. Im öffentlichen Dienst etwa – fast jeder Zweite startet mit Abi! In der freien Wirtschaft – Industrie, Handel, freie Berufe – sind es immerhin rund 33 Prozent. Aber im Handwerk? Da verirrt sich gerade mal einer von sechs mit Hochschulreife hin. Noch weniger – praktisch null – mit Abi fangen eine Ausbildung im Hauswirtschaftsbereich an. Was zieht daraus für ein Fazit? Unser Ausbildungssystem lässt viele Wege zu, trotzdem scheinen die Pfade manchmal vorherbestimmt zu sein. Und ehrlich: Man spürt, dass bei manchen die akademische Alternative (Uni, FH) nicht so hoch im Kurs steht wie noch vor ein paar Jahren – oder etwa doch?
Der Anteil von Ausbildungsanfängern mit (Fach-)Abitur ist 2023 leicht auf 26 Prozent geschrumpft – ein Rückgang von zwei Prozentpunkten innerhalb von acht Jahren. Interessant ist, dass besonders im öffentlichen Dienst die Quote der Abiturient:innen (knapp 48 Prozent) auffällig hoch bleibt, während Branchen wie das Handwerk oder die Hauswirtschaft mit sehr niedrigem Akademikereintritt zu tun haben. Offenbar setzen Unternehmen verstärkt auf Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss; Fachleute diskutieren, ob der Akademisierungstrend tatsächlich nachlässt oder nur selektiv an Bedeutung verliert. Zusätzlich melden viele Medien, dass Ausbildungsbetriebe vor Herausforderungen stehen: Die Zahl unbesetzter Lehrstellen steigt, und es fehlen vor allem im Handwerk und in Sozialberufen junge Leute – was auf tiefere gesellschaftliche Umbrüche hindeutet. Zugleich gewinnen neue Ausbildungsfelder wie IT und Gesundheit an Popularität, während der Übergang von Schule in Beruf für viele Jugendliche schwieriger wird, denn Orientierungslosigkeit und ökonomische Unsicherheiten hinterlassen Spuren.