Um ehrlich zu sein: Für viele deutsche Politiker – insbesondere solche, die wie Johann Wadephul dicke Bretter im Außenpolitbunker bohren – sind die USA immer noch der wichtige Joker, wenn's um die Lösung des Ukraine-Problems geht. Nach einem Austausch mit Rubio, dem US-Kollegen, klingt Wadephul zwar nicht überschwänglich, aber doch irgendwie bereit, sich auf einen Funken Optimismus einzulassen: 'Ich setze darauf, dass die Amerikaner Einfluss nehmen können.' In Wahrheit bleibt vieles im Nebel, der Nebel der diplomatischen Floskeln. Zwar lobt Wadephul ungewöhnlich offen den 'konstruktiven Ton', aber wenn es ums Inhaltliche geht? Tja – wenig Zählbares, wie gewohnt. Interessant ist: Bisher hatten andere Akteure wie Witkoff und Kushner das Ukraine-Thema in den USA bearbeitet, Rubio hingegen hält sich zurück. Zwischen den Zeilen schwingt die Hoffnung, dass jetzt vielleicht neue Gesprächsanlässe kommen. Er bleibt aber zurückhaltend: 'Wir sind einig – der Tisch statt das Schlachtfeld muss das Ziel sein.' Doch es bleibt die Frage: Was passiert, wenn der entscheidende Spieler, Putin, gar nicht mitspielen will? Wadephul erinnert an Anchorage – Treffen, großes Kino, Ausgang aber null. Nun kommt der G20-Gipfel ins Blickfeld, US-Präsidentschaft und vielleicht sogar Putin live vor Ort – Spekulationen inklusive. Das Ultimatum für Moskau bleibt: Ohne echte Gesprächsbereitschaft wird sich nichts bewegen. Ob das bald passiert? Wadephul wiegelt ab. Für ihn ist klar: Erst wenn Putin begreift, dass militärisch nichts mehr zu gewinnen ist, gibt es Hoffnung auf Frieden.
Johann Wadephul baut weiter auf eine aktivere Einmischung der USA in künftige Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Zwar herrscht Konsens über die Notwendigkeit, vom Schlachtfeld an den Verhandlungstisch zu wechseln, jedoch fehlt bislang jeglicher Durchbruch – nennenswerte Ergebnisse gab und gibt es nicht. Der wohl entscheidende Punkt, Putins Unbeweglichkeit in Sachen Verhandlungen, bleibt ein harter Brocken. Blickfang bleibt der kommende G20-Gipfel: Hier hoffen westliche Beobachter auf neue Anstöße – aber ob ausgerechnet jetzt eine Bewegung auf russischer Seite kommt, ist offen. Neue Berichte betonen zudem, dass die Kämpfe im Osten des Landes kaum nachlassen und die Lage für die Zivilbevölkerung wie für die kämpfenden Parteien von Tag zu Tag kritischer wird. Insgesamt wächst sowohl in Europa als auch in den USA die Nervosität, ob die westliche Unterstützung langfristig in der notwendigen Intensität gehalten werden kann, zumal innenpolitischer Druck und Ermüdungserscheinungen zunehmen. Unterdessen nimmt Russland die ukrainische Infrastruktur erneut härter ins Visier, was zusätzliche diplomatische sowie militärische Herausforderungen schafft.