Adidas blickt zuversichtlich auf WM: Verkaufsrekorde am Horizont?

Mit Blick auf die Fußball-WM prophezeit Adidas neue Verkaufshöhen und setzt auf die Strahlkraft seines Markenimages im Fußball.

heute 12:27 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal spürt man diesen Hauch von Euphorie, noch bevor das erste Spiel rollt – genauso klingt es, wenn Adidas‘ Sam Handy über die kommende Fußball-WM spricht. Laut eigener Einschätzung steht uns eine WM bevor, wie man sie aus Absatzsicht selten erlebt hat: Trikots, Schuhe, Bälle – das ganze Programm soll weltweit Rekordzahlen erzielen. Mehr als eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz visiert Adidas allein durch das Turnier an, hieß es im Gespräch mit dem 'Handelsblatt'. Eines ist sicher: Die Abteilung Fußball schwimmt dieses Jahr auf einer Wachstumswelle. Spannender Randaspekt: Adidas ist Ausstatter von 14 Nationalmannschaften in Nordamerika und produziert erneut den offiziellen WM-Ball. Auch bei Fußballschuhen will man – mit einem Augenzwinkern Richtung Konkurrenz – federführend bleiben. 'Das Herz von Adidas schlägt für Fußball', sagt Handy. Gleichzeitig gibt es allerhand Skepsis gegenüber Turnierumfang, politischen Grabenkämpfen und nervigem Ticketpreis-Wahnsinn. Das hält die Macher aber offenbar nicht auf. Handy meint: Fußball in den USA sei lange unterschätzt worden – kaum jemand kennt die Massen an Nachwuchskickern dort. Der WM-Auftakt mag vielleicht noch nicht den ganz großen Knall bieten, aber: Es gibt so viele Spiele wie nie. Kommerziell? Ein Fest, das die Prognosen sprengt. Davon will auch der kriselnde Sporthandel profitieren. Intersport-Deutschland-CEO Alexander von Preen schielt schon jetzt auf ein potenzielles Sommermärchen: Besonders das neue Auswärtstrikot läuft wie geschnitten Brot, fast schon Fashion-Accessoire. Während der letzten EM gingen 500.000 Trikots über die Ladentheke – diesmal könnte es noch mehr werden. Vorausgesetzt, das DFB-Team macht mit.

Adidas setzt zur Fußball-WM große Hoffnungen auf Rekordverkäufe quer durch das Produktportfolio und kalkuliert mit über einer Milliarde Euro Zusatzerlös. Der US-Markt ist für Adidas dabei besonders spannend: Mit 14 Teams und dem offiziellen WM-Ball will man den Markt stärker durchdringen und neue Zielgruppen begeistern. Neben Adidas erhofft sich der gebeutelte Sportfachhandel frische Impulse – besonders dank modisch angesagter Trikots, während die Teilnahme Deutschlands als zusätzlicher Umsatzmotor gilt. Zu den aktuellen Entwicklungen und Stimmen aus der Branche kommt: Die WM bringt, trotz schwieriger weltpolitischer Rahmenbedingungen (Stichwort: Einreisebeschränkungen, hohe Ticketpreise, politische Diskussionen), einen Verkaufsoptimismus zurück, der selbst in Umbruchzeiten dem Sport einen Sonderstatus einräumt. Außerdem: Die Expansion der Teilnehmerzahl auf 48 Teams könnte für Dauerpräsenz im öffentlichen Bewusstsein sorgen und so den Markenwert auch abseits des Spielfelds pushen.

Schlagwort aus diesem Artikel