Mitten im Momentum nach dem Wahlsieg der AfD in Rheinland-Pfalz folgt die nächste Schlagzeile: Jan Bollinger, eigentlich das Gesicht der Landespartei und Spitzenkandidat, wird von Michael Büge an der Fraktionsspitze abgelöst. Das Abstimmungsergebnis fiel recht deutlich aus – 18 zu 6 Stimmen, wenn man den Berichten, etwa vom SWR, Glauben schenkt. Bollinger hatte erst vor Kurzem das Ruder übernommen, und jetzt das. Dass ein Landeschef und frisch gewählter Spitzenkandidat so abrupt abserviert wird, ist selbst in der sprunghaften AfD eine Seltenheit.
Die Luft war anscheinend längst dünn geworden: Zwar war das Wahlergebnis für die AfD ein Rekord, doch schon zuvor kursierten Gerüchte über interne Kritik an Bollinger. Auch sein weiterer Verbleib als Parteichef scheint nach dieser Entwicklung mehr als unsicher. Interessant: Michael Büge, der jetzt übernimmt, war nicht immer auf Seiten der AfD – ursprünglich CDU-Mitglied, später Staatssekretär in Berlin, hat er schon seit 2017 als Fraktionsgeschäftsführer im Mainzer Landtag für die AfD gearbeitet. Ein fliegender Wechsel, der zeigen könnte, dass in dieser Partei kaum etwas von Dauer ist.
Ausgerechnet nach einem Wahlsieg stolpert Jan Bollinger schwer: Die AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich mit großer Mehrheit gegen ihn gestellt und Michael Büge an ihre Spitze gewählt. Die Gründe wirken vielschichtig, von persönlichen Konflikten bis zu inhaltlicher Unzufriedenheit – wobei der Wahlerfolg anscheinend nicht ausreicht, die Grabenkämpfe zu übertünchen. Recherchen zeigen, dass auch andere AfD-Landesverbände ähnlich heftige interne Auseinandersetzungen austragen, vor allem wenn es um Machtfragen und persönliche Ambitionen geht. In der politischen Landschaft stößt diese Wendung auf gemischte Reaktionen: Für einige ist es das übliche AfD-Chaos, andere sehen darin einen strategisch motivierten Schritt, um das eigene Image neu zu justieren. Laut aktuellen Medienanalysen bleibt vor allem offen, ob Bollinger seinen Vorsitz in der Landespartei überhaupt noch lange halten kann – die Zeichen stehen auf Sturm. (Quelle: Zeit, Spiegel, FAZ)