Airbus nach FCAS-Kollaps: Eigener Kampfjet? Klar, das geht!

Nach dem überraschenden Endpunkt für das deutsch-französische FCAS-Kampfjetprogramm meldet sich Airbus kämpferisch zu Wort – und bringt eine eigenständige Entwicklung ins Spiel. Eine politische Entscheidung sei jetzt dringend gefordert, mahnt der Chef des Betriebsrats.

heute 16:36 Uhr | 1 mal gelesen

„Wir können das: Die Technik, die Leute, das Geld – alles da“, unterstreicht Thomas Pretzl, der oberste Vertreter der Airbus Defence and Space-Beschäftigten, und richtet sich mit Nachdruck an die Entscheider. Alles weitere Verzögern sei riskant – sowohl für den Industriestandort als auch für die Verteidigung. Deutschland solle Nägel mit Köpfen machen – oder besser noch: Wenn weitere Länder aufspringen wollen, gern! Aber erstmal müsse die Regierung beherzt loslegen und nicht endlos alle Optionen auf der langen Bank schieben. Denn jeder Tag, an dem sich nichts rührt, sei ein verlorener. Schließlich warten andere Nationen nicht – der Rückstand wäre vorprogrammiert. Weniger begeistert von der Idee eines deutschen Alleingangs ist hingegen CSU-Politiker Reinhard Brandl. Aus seiner Sicht führt beim Bau moderner Kampfflugzeuge an europäischer Zusammenarbeit kein Weg vorbei. Er setzt auf Tempo und partnerschaftlichen Pragmatismus, damit Deutschland innovativ mitmischen kann. Man merkt: Die Rollen im Machtspiel um neue Jets sind noch nicht ganz fix verteilt – und vielleicht stehen manche Allianzen schon wieder auf der Kippe.

Nach dem Aus für das deutsch-französisch-spanische Zukunftsprojekt FCAS (Future Combat Air System) ist innerhalb der deutschen Luftfahrtbranche eine neue Dynamik entstanden. Airbus signalisiert Entschlossenheit, im Zweifel auch ohne Partner den Bau eines neuen Kampfjets zu stemmen – was ein Zeichen an die politische Führung ist, endlich Klarheit zu schaffen. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche über Alternativen, und der Druck wächst, nicht gegenüber Großbritannien, Italien oder dem US-Markt den Anschluss zu verlieren. Aus aktuellen Berichten auf informationsreichen Fachseiten wird zudem deutlich, dass sich die europäische Verteidigungsindustrie in einem grundsätzlichen Umbruch befindet, dessen Ausgang offen ist: In Paris etwa denkt man laut französischen Medien bereits über neue Kooperationspartner nach; während London im Rahmen des eigenen 'Tempest'-Programms weiter voranschreitet, sendet Berlin gemischte Signale bezüglich eigenständiger Ansätze. In den Fachmedien werden daher Stimmen laut, die dafür plädieren, das Thema eigene Verteidigungsfähigkeit innerhalb der EU neu und grundsätzlich zu diskutieren.

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