Neuer MDR-„Tatort“ aus Dresden: Drehstart für "Löschen"

Zwischen Leipzig und Dresden beginnt das Rätselraten: Seit dem 27. Mai finden in Sachsen die Aufnahmen zur nächsten „Tatort“-Folge "Löschen" (Arbeitstitel) statt. Schauspielgrößen wie Cornelia Gröschel, Martin Brambach und Lilja van der Zwaag schlüpfen erneut in ihre Ermittlerrollen – Regie führt Aslı Özarslan, an der Kamera steht Lotta Kilian. Das Drehbuch entstand unter der Feder von Patrick Brunken sowie Viola M.J. Schmidt.

heute 16:15 Uhr | 1 mal gelesen

In „Löschen" stehen die Ermittler Leonie Winkler und Peter Schnabel vor einem tragischen Fall: Die junge Content-Moderatorin Amal Allawi wird tot aufgefunden, nachdem sie für eine internationale Tech-Firma belastende Inhalte aus dem Internet entfernte. Doch kurz nach Amals Tod holt die Firma prompt ihren Laptop ab – zu schnell, um nebensächlich zu wirken. In der Firma gibt es Streit: Neue Regelungen aus den USA sorgen für Zündstoff, denn drastische Inhalte sollen plötzlich nicht mehr gelöscht, sondern stehen gelassen werden. Die Frage steht im Raum: Wer profitiert davon – und wer hat etwas zu verbergen? Untersuchungen führen auch zu einem psychisch beeinträchtigten Ex-Kollegen, der Amal einst mit einem Messer bedrohte. Während Kommissaranwärterin Milla Brandis undercover Spuren zu Amals privater Recherche gegen frauenfeindliche Gewalt im Netz aufstöbert, zeigt sich, wie sehr Online-Hass und reale Gewalt ineinandergreifen. Die Ermittlungen bringen ein widersprüchliches Geflecht aus Unternehmenspolitik, digitaler Gewalt und zerstörerischen Dynamiken ans Licht. Der Dreh zur DDR-tiefen Nachtseite moderner Tech-Arbeitsplätze läuft noch bis zum 25. Juni.

Der bevorstehende MDR-„Tatort“ "Löschen" nimmt erstmals das Berufsfeld von Content-Moderator:innen in den Fokus, das bislang selten im deutschen Fernsehen behandelt wurde. Dieser Krimi beleuchtet nicht nur die psychische Belastung der Mitarbeitenden bei der Bekämpfung toxischer Inhalte, sondern auch den gesellschaftlichen Umgang mit Online-Hass und den oft unsichtbaren Schutz, den diese Berufsgruppe bieten soll. Die ungewöhnlich prominente Verknüpfung von digitaler Gewalt, Arbeitsrecht und persönlicher Betroffenheit steht exemplarisch für aktuelle Debatten um Plattformregulierung, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und die Verantwortung internationaler Tech-Konzerne. Laut aktuellen Berichten rücken Themen wie Frauenhass im Internet und der Druck auf digitale Moderatoren auch in rechtlicher Hinsicht immer stärker ins Blickfeld von Ermittlungsbehörden und Politik. Gerade nach jüngsten Gesetzesverschärfungen zum NetzDG sowie Initiativen auf europäischer Ebene wird 2024 besonders intensiv über Grenzen von Meinungsfreiheit und Pflichten digitaler Plattformen gestritten.

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