Amerikanischer Traum: Deutsche wandern seltener in die USA aus

Die Vereinigten Staaten verlieren zunehmend ihren Reiz als Ziel für deutsche Auswanderer – und landen damit auf einem historischen Tiefpunkt.

heute 08:25 Uhr | 3 mal gelesen

Laut den frischen Zahlen des Statistischen Bundesamts haben 2025 nur noch etwa 8.900 Menschen aus Deutschland ihr Glück in den USA gesucht. Das klingt zwar immer noch nach einer beachtlichen Menge, doch in Relation zu früheren Jahren ist das ein deutlicher Einbruch – schätzungsweise rund 35 Prozent weniger als 2005, wo das Land mit fast 13.600 Umzügen eine ganz andere Strahlkraft hatte. Interessant: Nur zu den Hochzeiten der Pandemie war die Zahl der Auswanderungen dorthin noch niedriger. Die USA stehen trotzdem noch weit oben in der Beliebtheitsskala deutscher Auswanderer, aber wer es locker angehen will, zieht scheinbar doch lieber in die Nähe: Die Schweiz, Österreich und Spanien lockten jeweils weit mehr Deutsche an. Die Entwicklung ist übrigens keine amerikanische Besonderheit: Auch Kanada verlor in den letzten beiden Jahrzehnten als Auswanderungsziel an Anziehungskraft – 2025 entschieden sich gerade einmal 1.800 Bundesbürger für das Land zwischen Pazifik und Atlantik; beinahe 40 Prozent weniger als 2005. Ein kleiner Lichtblick, wiederum aus einer ganz anderen Ecke: Mexiko. Hierher wanderten 2025 immerhin rund 800 Deutsche aus – das sind stolze 43 Prozent mehr als noch vor zwanzig Jahren. Überhaupt wohnen nach aktuellem Stand etwa 519.200 Deutsche in den USA (2024 laut Census Bureau), 126.500 in Kanada und laut mexikanischen Zahlen bereits um die 7.600. Über Motive kann man spekulieren: Die USA wirken vielleicht nicht mehr ganz so einladend, sei es wegen restriktiverer Einwanderungspolitik, gesellschaftlicher Spaltung oder schlicht sinkender beruflicher Perspektiven. All das zeigt: Ziele verschieben sich, Träume verändern sich – und nicht immer bleibt der 'American Dream' so glänzend, wie er lange galt.

Die Tendenz, aus Deutschland in die USA auszuwandern, ist über die letzten zwanzig Jahre deutlich gesunken. Während einst der „American Dream“ lockte, stagniert das Interesse – laut Statistischem Bundesamt fällt die Auswanderungszahl auf einen 20-Jahres-Tiefststand (mit Ausnahme der Coronajahre). Hauptziele für deutsche Auswanderer sind stattdessen mittlerweile die Schweiz, Österreich und Spanien, die offenbar mit stabileren Lebensbedingungen und oft unkomplizierteren Zuzugsbedingungen punkten. Als mögliche Gründe für das abflauende Amerika-Interesse nennen Soziologen unter anderem ein angespanntes politisches Klima, teils hohe Lebenshaltungskosten, schwierigen Zugang zu Arbeitserlaubnissen und Visaprobleme für Einwanderer. Im globalen Kontext bleibt der Blick jedoch differenziert: Während Kanada analog zum US-Trend weniger attraktiv scheint, ist für Mexiko – tendenziell überraschend – ein deutlicher Zuwachs zu beobachten. Parallel weist eine aktuelle Studie von „Deutschland.de“ auf die wachsende Popularität neuer digitaler Lebens- und Arbeitsmodelle und ihren Einfluss auf Zielwahl und Lebenswandel von Auswanderern hin.

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