Manchmal hat man das Gefühl, die deutsche Energielandschaft sei ein ständiger Drahtseilakt zwischen Fortschritt und alten Gewohnheiten. Laut ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes ist im ersten Quartal 2026 die Stromproduktion hierzulande gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 6 Prozent gestiegen. Das bedeutet: 126,6 Milliarden Kilowattstunden – schon eine imposante Zahl, hinter der sich vieles abspielt. Bemerkenswert daran ist vor allem, dass die erneuerbaren Energien mit 53,3 Prozent erstmals in dieser Form die Oberhand gewonnen haben. Ohne große Fanfaren, aber mit beachtlichem Zuwachs: Die Strommenge aus erneuerbaren Quellen wuchs um satte 13,9 Prozent auf nun 67,5 Milliarden Kilowattstunden. Konventionelle Quellen – Kohle, Gas & Co – hingegen gaben mit 59,1 Milliarden Kilowattstunden leicht nach.
Schauen wir genauer hin: Windkraft war der große Aufsteiger. Mit fast 29 Prozent Zuwachs erreichte sie 42,8 Milliarden Kilowattstunden, also über ein Drittel des deutschen Stroms. Aber: Ein Teil dieses Anstiegs verdankt sich dem kurios windarmen Vorjahr. Wetter, so banal es klingt, bleibt ein unberechenbarer Faktor. Photovoltaik dagegen musste einen kleinen Dämpfer hinnehmen – minus 7,4 Prozent, vermutlich war die Sonne einfach nicht gnädig genug.
Und was ist mit den fossil betriebenen Anlagen? Kohle sackte um über 5 Prozent ab und machte dennoch etwa ein Viertel des Mixes aus. Erdgas legte trotz insgesamt gestiegener Stromproduktion leicht zu, nimmt im prozentualen Anteil allerdings etwas ab. Kurios: Trotz mehr produziertem Strom wurde deutlich weniger importiert und sogar wieder mehr exportiert. Plötzlich war Deutschland nach längerer Zeit mal wieder Nettoexporteur – fast schon wie eine Art Comeback-Story. Klar, es gibt viele Details und einige Stolpersteine, aber der Trend, der lässt sich nicht wegwischen.
Deutschlands Stromproduktion im ersten Quartal 2026 zeichnete sich durch zwei klare Trends aus: Erneuerbare Energieträger gewannen erstmals die Mehrheit im Strommix und steigerten ihre Erzeugung um fast 14 Prozent. Windkraft avancierte zum wichtigsten Energieträger, während Kohle- und Gasanteile zurückgingen oder stagnieren. Auffällig war auch, dass Deutschland nach längerer Zeit wieder mehr Strom exportierte als importierte, was auf einen Wandel in der europäischen Strommarktposition hindeutet. Die aktuelle Debatte um den schleppenden Netzausbau und die bislang unzuverlässige Speicherung erneuerbarer Energie bleibt allerdings präsent – mehrere Fachleute betonen, dass der Fortschritt im Strommix alleine noch keine Versorgungssicherheit garantiert. Die politischen Diskussionen kreisen weiterhin um den Tempodruck beim Ausbau erneuerbarer Energien, die Integration von Speicherkapazitäten und den ökonomischen Rahmen für Energiepreise, was auch für Haushalte und Unternehmen zu Unsicherheiten führt. Die aktuelle Entwicklung wird durch weltweite klimabedingte Produktionsdellen (z.B. wenig Sonne, viel Wind) und volatile Gaspreise beeinflusst, während die Industrie zunehmend mit der Unsicherheit bei der Energieversorgung zu kämpfen hat.