Nach dem Aus für FCAS: Röwekamp drängt auf frische Rüstungspartnerschaften in Europa

Das Aus für das gemeinsame Kampfjet-Projekt zwischen Deutschland und Frankreich trifft Europa an einem empfindlichen Punkt. Thomas Röwekamp (CDU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, sieht darin aber auch die Chance, neue militärische Allianzen zu schmieden.

heute 07:59 Uhr | 3 mal gelesen

Ganz ehrlich: So richtig überraschend kommt das Aus für den deutsch-französischen Kampfjet nicht mehr. Monatelanger Streit, gegenseitige Blockaden, und am Ende blieb etwas zurück, das nie richtig ins Fliegen kam. Thomas Röwekamp hat dazu eine ziemlich klare Meinung: Schon schade – es hätte ruhig klappen können, gerade jetzt, wo Zusammenarbeit wichtiger ist als je zuvor. Doch immerhin sei das Kapitel jetzt, nach all dem Gezerre und den vielen Unsicherheiten, endlich geschlossen. Was nun? Röwekamp schaut nach vorne statt zurück. Er ist überzeugt, dass es in Europa noch genug motivierte Partner gibt – beispielsweise Großbritannien, Spanien oder Schweden. Genau mit diesen Ländern müsse man jetzt über neue Wege und Projekte sprechen, um Europas militärische Zukunft auf sichere Beine zu stellen. Wichtig sei dabei nicht nur Technik, sondern auch politisches Vertrauen – Kooperationen auf Augenhöhe also, und keine Verzögerungsspielchen wie beim FCAS. Vernetzte Systeme, gemeinsame Entwicklung von Kampf-Clouds, flexible Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Jets? All das bleibt wichtig – auch (oder gerade) ohne Frankreich. Röwekamp drängt: Jetzt besser machen, die Chance nutzen.

Nach dem Scheitern des FCAS-Projekts fordert Thomas Röwekamp europäischen Zusammenhalt, insbesondere bei der Entwicklung neuer Luftkampf-Technologien. Für ihn ist klar: Zukunftsfähige Verteidigung braucht gemeinsame Initiative, neue Partner und einen offenen Umgang mit technischen Ideen wie der Combat Cloud, die ohnehin über das ehemalige deutsch-französische Projekt hinausgedacht werden. Interessant ist, dass das Aus auch von Experten unterschiedlich bewertet wird: Manche fürchten ein Loch in Europas Luftverteidigung, andere sehen Herausforderungen für die europäische Rüstungsindustrie – vor allem, weil nationale Interessen oft überwiegen. Recherchen zeigen, dass gerade Großbritannien, Spanien und Schweden bereits in ähnlichen Vorhaben engagiert sind und in den kommenden Monaten wohl Gespräche mit Deutschland suchen werden. Die Debatte über die Zukunft der europäischen Rüstungspolitik ist damit keineswegs vorbei – eher öffnet das Scheitern des FCAS neue Türen und wirft dringend die Frage auf, wie Europa strategisch unabhängiger werden kann. Frankreich hingegen sucht bereits eigene Wege und ist offen für neue Allianzen, auch außerhalb des rein deutsch-europäischen Kontexts.

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