„Einsatz muss sich wirklich bemerkbar machen. Es darf nicht untergehen, ob jemand vollen Einsatz zeigt oder nicht“, betont Palla gegenüber dem 'Handelsblatt'. Sie spricht sogar offen an, dass langanhaltende Leistungsverweigerung künftig den Arbeitsplatz kosten könne – ein Tabuthema, das ihrer Meinung nach zu lange bei der Bahn ignoriert wurde. Was Palla besonders ärgert, ist die Gleichgültigkeit, die sich manchmal zeigt, wenn Engagement eben nicht gewürdigt oder eingefordert wird. Interessant fand ich ihren Ansatz, Pünktlichkeit im Unternehmen nicht einfach als abstrakte Kennzahl zu begreifen, sondern klar herunterzubrechen: Für jeden Bereich wird eine Höchstzahl von störenden Ereignissen festgesetzt. Wer darunter bleibt, erhält handfeste Prämien. Diese Art Gamification könnte tatsächlich motivieren – oder sie geht nach hinten los, wenn sie zu reiner Bürokratie verkommt.
Apropos Veränderung: Ein radikaler Umbau der Konzernstruktur läuft bereits. Palla verweist auf die Streichung einer kompletten Führungsebene. Ihr Ziel für die nächsten Monate: Ein weiterer, echter Schnitt im Unternehmen und satte Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro pro Jahr. Das Ganze versteht sie als Balance zwischen weniger Ausgaben und besserem Service – ein Spagat, der nicht jedem gefallen dürfte. Aber um ehrlich zu sein, die Bahn als ewiger Sanierungsfall? Das glaubt doch niemand mehr hören zu können.
Palla will mit Nachdruck eine spürbare Wende in der Unternehmenskultur der Bahn einläuten: klarere Verantwortlichkeiten, sichtbarere Anreize für Leistung und ein konsequenter Umgang mit Mitarbeitenden, die dauerhaft nicht liefern. Die Ausrichtung soll sich dabei stark am Nutzen für die Kundschaft orientieren, etwa durch messbare Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Strukturelle Veränderungen – darunter der Wegfall ganzer Führungsebenen und striktes Sparen – sollen dazu beitragen, die Bahn effizienter, wettbewerbsfähiger und kundenorientierter aufzustellen. Aktuell ringt die Bahn mit massiven Problemen wie alternder Infrastruktur, Ressourcenmangel und hoher politischer Erwartungshaltung. Laut der Süddeutschen Zeitung nimmt unter anderem der Druck auf den Vorstand zu, da die Leistungskennzahlen weiterhin hinter den Zielen zurückbleiben. Hinzu kommen Herausforderungen durch Streiks, Personalmangel und die schleppende Erneuerung des Schienennetzes. Die Deutsche Bahn will durch die Umgestaltung langfristig auch staatliche Unterstützung rechtfertigen und das Image als unzuverlässiger Verkehrsträger abschütteln.