Burnout-Gefahr in Start-ups nimmt laut aktueller Umfrage deutlich zu

Immer mehr Beschäftigte in Start-ups geraten durch Dauerstress und unsichere Strukturen an ihre gesundheitlichen Grenzen.

heute 06:58 Uhr | 2 mal gelesen

Kürzlich veröffentlichte Zahlen des Startup-Verbands zusammen mit der Techniker Krankenkasse machen deutlich: Das Arbeiten in jungen Unternehmen ist ein Drahtseilakt, was die Gesundheit angeht. 68 Prozent der Gründer schlagen Alarm und werten das Arbeitspensum als echtes Gesundheitsrisiko. Besonders unter den Nägeln brennt neben Arbeitsdruck die Unsicherheit über die eigene berufliche Zukunft – das sagen über 60 Prozent der Befragten. Schon fast jeder Zweite sieht Burnout als dringendes Problem auf dem Schreibtisch. Blickt man weiter in die Jahre, gehen sogar 66 Prozent davon aus, dass Überlastung stetig gefährlicher wird – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu heute. Interessant ist: Obwohl Gesundheit für den Großteil der Gründer hohe Priorität hat, hapert es bei der Umsetzung. Gut die Hälfte (51 Prozent) gibt an, dass das Budget für Gesundheitsförderung schlichtweg fehlt. Eine weitere Schieflage kommt durch die Debatte um flexible Arbeitszeiten ins Spiel. Die Mehrheit der Gründer findet es sinnvoll, die Arbeitszeitregelung auf Wochenbasis umzustellen – nicht mehr strikt auf maximal acht Stunden pro Tag begrenzt, sondern flexibel, solange 48 Stunden in der Woche nicht gerissen werden. In Sachen Digitalisierung herrscht aber Hoffnung: KI gilt als Wundermittel. Ganze 81 Prozent erwarten, dass die Produktivität langfristig wächst, 83 Prozent halten Know-how im Umgang mit KI bald für unerlässlich. Und über die Hälfte glaubt, dass durch KI mehr Freiräume für Kreativität entstehen und die Soft Skills – Teamgeist, Empathie & Co. – noch an Bedeutung gewinnen. Zudem denken knapp zwei Drittel, dass KI beim Finden von Fachkräften entlasten könnte. Klar ist aber auch, dass diese Euphorie nicht jedem die Sorgen nimmt.

Die Alarmglocken im Start-up-Umfeld läuten derzeit lauter denn je. Ein Großteil der Unternehmensgründer bangt angesichts schwindender Work-Life-Balance und zunehmender Belastung um die Gesundheit der Belegschaft – die Bedrohung durch Burnout wird von fast jedem Zweiten als schwerwiegendes Risiko gesehen. Während innovative Technologien wie KI als möglicher Ausweg gefeiert werden, stehen viele Start-ups weiterhin vor dem Problem fehlender Mittel für solide Gesundheitsangebote und angemessene Prävention. Neueren Berichten zufolge haben einige Unternehmen bereits reagiert und Wellness-Leistungen eingeführt – meist jedoch noch in kleinem Rahmen. Parallel betonen Experten aus der Arbeitsmedizin, dass eine offene Gesprächskultur über mentale Gesundheit im Unternehmen entscheidend ist, um Burnout vorzubeugen. Zudem beobachten Verbände, dass sich Leistungsdruck in Start-ups besonders während wirtschaftlicher Krisenphasen zuspitzt oder wenn Investoren kurzfristige Erfolge erwarten. Neben technischen Lösungen empfehlen sie mehr Anreizsysteme für Achtsamkeit und nachhaltige Entlastung. (Quellen: t3n, Handelsblatt, FAZ, krautreporter)

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