Angola im Aufbruch: Neues MICE-Zentrum und Luandas Sprung unter die globalen Top-Geschäftsdestinationen

Frankfurt/Luanda – Angola macht sich zunehmend als Geheimtipp für MICE-Veranstaltungen in Afrika einen Namen und investiert gezielt in den Ausbau moderner Infrastruktur, internationale Vernetzung und professionelle Strukturen. Besonders Luanda segelt jetzt auf Expansionskurs: Die Stadt findet sich laut Business Traveller in den Top 20 der spannendsten Reiseziele für 2026 – vor allem für den Geschäftsreise- und Eventbereich. Frischer Wind im Süden Afrikas, der nicht nur neue Wirtschaftskreise, sondern auch den internationalen Austausch befeuern könnte.

heute 14:00 Uhr | 6 mal gelesen

Wer in Afrika bislang an MICE-Veranstaltungen denkt, blickt oft nach Südafrika oder Marokko – doch neuerdings rückt Angola in den Fokus. Der angolanische Tourismusminister Márcio de Jesus Lopes Daniel betont die Bedeutung des Geschäftsreise- und Eventgeschäfts für die Diversifizierung der heimischen Wirtschaft. In seinen Augen ist der MICE-Markt weit mehr als ein „Anhängsel“ des Tourismus: Hier geht es um nachhaltigen Wissenstransfer, ausländische Investitionen und um ein Netzwerk, das weit über die klassischen Touristenströme hinausreicht. Besonders augenfällig: Der neue Dr.-António-Agostinho-Neto-Flughafen, 40 Kilometer außerhalb von Luanda, wurde in Rekordzeit zur wichtigsten Drehscheibe des Landes. Die Zahlen beeindrucken – Kapazitäten für bis zu 15 Millionen Passagiere jährlich, riesige Terminalflächen und auch für Flugzeuge vom Kaliber eines Airbus A380 ist genug Platz. Airlines wie Lufthansa, Air France oder Emirates haben die neue Internationalität erkannt und steuern Luanda direkt an. Zukunftsmusik klingt bereits in Form einer geplanten „Airport City“, mit Hotels, Büros, Shops; das Flow Hotel ist schon fast fertig. Gleichzeitig entsteht im Zentrum ein imposantes Kongresszentrum mit Sälen für bis zu 3.000 Gäste, Businesslounges und einem durchdachten Servicekonzept im Untergeschoss. Fertigstellung: Anfang 2027. Wissenstransfer und Networking werden nicht dem Zufall überlassen: Das sich im Aufbau befindende Angola Convention Bureau holt private Anbieter wie Airlines, Hotels und Eventagenturen genauso mit ins Boot wie die öffentliche Hand. Nicht alles ist schon fertig, manches hängt noch an offenen Fragen – aber es gibt sichtbare Fortschritte. Dem afrikanischen MICE-Markt wird ohnehin ein kräftiges Wachstum vorausgesagt: 2024 lag der Gesamtwert bei rund 82,9 Milliarden US-Dollar, jährlich legt der Sektor im zweistelligen Prozentbereich zu. Luanda will hier kein Zufallsprodukt bleiben, sondern sich konsequent als tragfähiger Knotenpunkt jenseits eingetretener Pfade etablieren.

Angolas Ambitionen, als Hotspot für Kongresse und Geschäftsreisende aufzusteigen, nehmen spürbar Form an. Mit dem neuen Flughafen vor den Toren Luandas und dem in Bau befindlichen Convention Centre setzt das Land sichtbare Zeichen für internationale Organisatoren. Der Aufbau eines Convention Bureaus zeigt zudem, dass Angola nicht beim „Stein auf Stein“-Prinzip stehen bleibt, sondern als kooperativ vernetzter Akteur auftreten will. Business Traveller sieht Luanda zurecht unter den Trendzielen 2026 – wobei der Wandel vor Ort nicht ohne Herausforderungen ist: Politische Stabilität, nachhaltige Investitionen und ein verlässliches Markenumfeld bleiben Knackpunkte. Die jüngste Presse berichtet, dass Angola durch Investitionen aus China gerade bei Großvorhaben wie beim Flughafen maßgeblich unterstützt wurde, während lokale Initiativen für Kongress-Tourismus noch mehr Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit anmahnen (Quelle: https://www.dw.com). Internationale Branchenplattformen loben die Fortschritte, betonen aber, dass Vernetzung, Sicherheit und lokale Qualifizierung die Gretchenfragen der kommenden Jahre bleiben. Die intensive Zusammenarbeit mit europäischen Fluglinien und Logistikpartnern gilt als positives Signal, auch wenn die Entwicklung noch einen gewissen Pioniergeist verlangt (Quelle: https://www.spiegel.de). Im Zuge der Diversifikationsstrategie wird betont, wie wichtig eine Öffnung auch für kleinere, spezialisierte Veranstalter und ein nachhaltiges, breiteren Bevölkerungsschichten zugängliches MICE-Ökosystem sein wird (Quelle: https://www.zeit.de).

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