Droht ein stilles Verbot von E-Zigaretten-Aromen? Experten warnen vor drastischen Folgen

Berlin – Hinter verschlossenen Türen arbeitet das Bundeslandwirtschaftsministerium an einer Änderung der Tabakerzeugnisverordnung: Menthol und eine ganze Reihe weiterer Stoffe könnten für E-Liquids schon bald passé sein. Besonders brisant: Die Reform käme nicht durch ein breites Parlamentsvotum, sondern wird mehr oder weniger im Alleingang auf dem Verordnungsweg vorangetrieben. Die World Vapers' Alliance (WVA) schlägt Alarm – und sieht nichts weniger als die Reduzierung der Raucherquote in Gefahr.

heute 17:33 Uhr | 1 mal gelesen

Das ganze Vorgehen fühlt sich ein wenig an wie Politik im Schatten. Wenn so zentrale Fragen per Verordnung entschieden werden, anstatt in der Öffentlichkeit breit diskutiert zu werden, sorgt das nicht nur bei Dampferinnen und Dampfern für Unsicherheit. Für Millionen Menschen, die vom Tabak weg zum Dampfen gewechselt sind, sind Aromen eben nicht einfach Schnickschnack –sondern für viele DER Grund, sich endgültig von der Zigarette zu verabschieden.

Michael Landl von der World Vapers' Alliance bringt es ziemlich unverblümt auf den Punkt: „Die Regierung täuscht sich, wenn sie glaubt, Aromen seien bloßer Luxus. Sie sind ein entscheidendes Werkzeug im Kampf gegen das Rauchen, und so ein Verbot ist Wasser auf die Mühlen der Schwarzhändler.“ Er fordert statt Einschränkungen mehr Offenheit für neue nikotinhaltige Alternativen und warnt vor einer Verschärfung der Schwarzmarkt-Problematik.

Zahlen untermauern die Argumente: Laut Eurobarometer wählen fast 70 Prozent der Dampfer fruchtige oder süße Geschmacksrichtungen – nur eine Minderheit mag klassische Tabakaromen. Und der Griff zu illegalen Produkten nimmt bereits zu. Internationale Vergleiche, etwa aus den USA, zeigen: Wo Aromen verschwinden, greifen Ex-Raucher öfter wieder zur Zigarette. Ein typisches Eigentor also. Der Schwarzmarkt? Der ist längst da – an die Hälfte der E-Liquids kommt schon heute aus nicht regulierten Quellen. Würde das Menthol-Verbot umgesetzt, könnte dieser Anteil noch deutlich klettern.

Der Appell der WVA? Dringend innehalten und die Richtung überdenken – so ein Schnellschuss mag auf dem Papier Gesundheitsschutz heißen, in der Praxis aber bewirken, dass Raucher langfristig weniger Alternativen zum Ausstieg haben.

Pressekontakt:
Michael Landl, World Vapers' Alliance
michael.landl@worldvapersalliance.com

Ursprungsbeitrag via news aktuell

http://ots.de/5ea2e5

Der Entwurf des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sieht vor, mentholhaltige und weitere kühlende Stoffe in E-Zigaretten zu verbieten – angeblich zum Gesundheitsschutz. Kritiker wie die World Vapers’ Alliance argumentieren, dass gerade diese Aromen vielen erwachsenen Raucherinnen und Rauchern helfen, auf weniger schädliche Alternativen umzusteigen und somit die Tabakabhängigkeit zu senken. Die Erfahrungen aus anderen Ländern, unter anderem den USA und den Niederlanden, belegen: Wo das Angebot legaler aromatisierter Produkte eingeschränkt wird, nehmen Schwarzmarkt und Raucherquote zu, was sogar durch Studien des Instituts für Suchtforschung (IFT) untermauert wird. Unklar bleibt allerdings, wie sich Deutschlands Vorgehen langfristig auf das Konsumverhalten jüngerer Menschen und die Tabakkontrolle allgemein auswirkt – einige Stimmen innerhalb der Suchtforschung fordern eine bessere Differenzierung zwischen Jugendschutz und Wahlfreiheit erwachsener Konsumenten. Neuere Medienberichte (u.a. aus der taz und von Spiegel.de) zeigen, dass der politische Streit um Regulierung und Verbote von E-Zigaretten deutschlandweit an Fahrt gewinnt: Während Gesundheitsorganisationen und einige Politiker das Risiko jugendlicher Konsumenten betonen, fordern Verbraucherschützer eine nuancierte Regulierung, um erwachsene Umsteiger nicht zu benachteiligen.

Schlagwort aus diesem Artikel