Widerstand in bewegten Zeiten – Künstler:innen stellen sich gegen Trump

Risse in der US-Gesellschaft, aufgewühlte Städte, Stimmen der Kunst: Die ARD-Sendung "ttt – titel thesen temperamente" blickt am 25. Januar intensiv auf politische und kulturelle Brennpunkte der Gegenwart.

heute 17:34 Uhr | 3 mal gelesen

Amerika – im Moment ein Land, das beinahe täglich einen Adrenalinschub erfährt. Wer dort zurzeit unterwegs ist, spürt sofort die latente Anspannung: Die zweite Amtszeit von Donald Trump bringt internationale Krisen im Akkord und verschärft den Ton im Land selbst. Militärische Eskalation nach Venezuela, Drohungen gegen den Iran und Grönland – das klingt wie die Drehbuchnotizen für eine neue Staffel von "House of Cards", hat aber verheerende Wirklichkeit. Insbesondere der jüngste Vorfall in Minnesota – die Tötung der US-Amerikanerin Renee Nicole Good durch einen Mitarbeiter von ICE – hat dem Protest neuen Zunder gegeben. Künstler wie Dread Scott, Lynn Nottage oder Robert Longo lassen sich das nicht mehr schweigend gefallen und starten mit "Fall of Freedom" eine breite Welle des kreativen Widerstands. Was sonst? Kunst im Dienste der Demokratie, wenn die Gesellschaft zu kippen droht. In den Studios, Galerien und auf Straßen spielt sich mittlerweile fast so etwas wie eine zweite Amerikanische Revolution ab. Die Sendung widmet sich aber nicht nur der brodelnden Kritik aus den Ateliers. Ebenfalls auf dem Programm steht die Forderung nach einer echten Steuerlast für Superreiche – Ökonom Gabriel Zucman erklärt, warum "Reichensteuer" nicht einfach nur ein Buzzword ist. Literaturfans kommen beim letzten Band von Leïla Slimanis marokkanischer Familien-Trilogie auf ihre Kosten. Und Afghanistan? "Die Schule des Mutes – Rule Breakers" erzählt von Mädchen, die Bildung als radikale Selbstbehauptung begreifen. Moderatorin Siham El-Maimouni führt durch eine Ausgabe, deren Themenkaleidoskop aktueller kaum sein könnte. Redaktion: Nora Binder, Ulrike Bremer (HR). Ab 20:00 Uhr abrufbar in der ARD-Mediathek.

In der Folge vom 25. Januar stellt "ttt – titel thesen temperamente" zentrale Konfliktlinien in den USA unter Donald Trump heraus, darunter die jüngsten internationalen Interventionen, zunehmende staatliche Repression gegen Kritiker und die kreative Opposition von Kunstschaffenden wie Dread Scott und Robert Longo. Weiterhin thematisiert die Sendung die globale Diskussion um die gerechte Besteuerung der Superreichen am Beispiel des Ökonomen Gabriel Zucman, beleuchtet mit Leïla Slimanis Roman familiäre Identität im marokkanischen Kontext und gibt Einblick in ein bemerkenswertes Bildungsprojekt für afghanische Mädchen. (Ergänzung durch Online-Recherche, Stand 21. Juni 2024): Aktuell berichten zahlreiche Medien über die jüngste Zunahme politischer Aktionen und Demonstrationen gegen autoritäre Umtriebe weltweit, besonders im Kontext eingeschränkter Presse- und Meinungsfreiheit. US-Künstler:innen und Aktivist:innen setzen verstärkt auf Kooperation und digitale Vernetzung, um sich gegen Gängelungen und Einschüchterungen zu behaupten. Die Debatte um Reichensteuern erlebt international neuen Auftrieb, vor allem angesichts wachsender sozialer Ungleichheit und dem anhaltenden Einfluss großer Privatvermögen, wie sie auch Zucman anprangert.

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