Anne Hathaway: Vorsicht vor KI-generierten Bewerbungen

Anne Hathaway spricht offen über die Nachteile, wenn Bewerber sich im Bewerbungsprozess auf KI-Hilfsmittel wie ChatGPT verlassen.

heute 13:24 Uhr | 3 mal gelesen

In einem Interview mit 'Hits Radio' enthüllte die Oscar-Gewinnerin Anne Hathaway eine Anekdote, die zum Nachdenken anregt. Sie war kürzlich Teil eines Auswahlverfahrens und erhielt, wie sie erzählt, nach den Bewerbungsgesprächen von mehreren Anwärtern jeweils Dankes-E-Mails. Dasselbe Schreiben. Dieselbe Formulierung. Alles eindeutig maschinellen Ursprungs. Anfänglich hielt sie die erste Nachricht noch für freundlich und individuell genug, doch die Wiederholungen ausgerechnet mit identischem Wortlaut machten für sie die automatische Herkunft klar. Hathaway bringt es auf den Punkt: „Wer hofft, dass so etwas nicht auffällt, unterschätzt, wie sehr sich dahinter die eigene Austauschbarkeit verrät.“ Ihre Warnung: Wer KI-Musterbriefe unbesehen verschickt, gibt mehr von sich preis – oder vielleicht auch weniger – als gewollt. Der Mensch tritt hinter die Maschine zurück. Kleiner Gedanke am Rande: Vielleicht öffnen standardisierte KI-Texte Türen zu effizienten Prozessen, aber sie schließen andererseits auch welche – nämlich zu echter Individualität und Glaubwürdigkeit. Interessant, wie ein freundlicher Dankesbrief, aus purem Automatismus abgeschickt, plötzlich ein Risikofaktor wird.

Anne Hathaway rät Bewerberinnen und Bewerbern in einem aktuellen Interview ausdrücklich davon ab, Dankes-Schreiben nach dem Vorstellungsgespräch von KI-Programmen verfassen zu lassen. Anlass ist ihre eigene Erfahrung: Im letzten Auswahlverfahren schickten mehrere Kandidaten fast wortgleiche und ganz offensichtlich automatisch generierte E-Mails – der Schuss ging also nach hinten los. Neben dem von Hathaway angesprochenen Risiko der Austauschbarkeit und fehlenden Authentizität warnen Personalverantwortliche inzwischen vermehrt davor, dass geschäftliche Kommunikation durch zu viele KI-Templates an persönlicher Tiefe verliert. Laut aktuellen Berichten zum Thema (Stand Juni 2024) setzen immer mehr Jobsuchende ChatGPT & Co. ein, um sich einen Vorteil zu verschaffen – oft geht dies allerdings nach hinten los, da sich typische KI-Formulierungen schnell enttarnen lassen. Der Druck, im Bewerbungsprozess hervorzustechen, ist groß, doch die Tendenz zu noch mehr Automatisierung stößt inzwischen auf Skepsis bei Unternehmen, die Persönlichkeit und Originalität schätzen.

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