Steinmeier plädiert für erfahrene Politikerin als Nachfolge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußert den Wunsch nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger mit tiefer politischer Erfahrung.

heute 13:24 Uhr | 5 mal gelesen

Der Bundespräsident erinnerte sich an die komplexen Koalitionsgespräche von 2017, bei denen er – notgedrungen – vermitteln musste, um vorzeitige Neuwahlen zu verhindern. Damals rief Steinmeier sämtliche Parteiführer in das Schloss Bellevue, mahnte ihre Verantwortung an und forderte dazu auf, eine tragfähige Regierung zu bilden. In einem Gespräch mit der ARD äußerte Steinmeier die Überzeugung, dass politische Prozesse noch komplizierter werden dürften: 'Es ist nicht auszuschließen, dass wir erneut in ähnlich vertrackte Situationen geraten.' Aus seiner Sicht braucht das Amt ein Gesicht, das nicht nur Kontakte in das politische System, sondern auch das diplomatische Fingerspitzengefühl mitbringt, um Akteure in Krisenzeiten an einen Tisch zu holen. Mit Blick auf die Bundestagsdebatten und die immer unter der Oberfläche brodelnde Frage, ob das Staatsoberhaupt zwingend ein Parteigänger sein müsse, zeigte er sich offen: 'Ich habe den Eindruck, es könnte sehr gut sein, dass diesmal eine Frau den Vorsitz übernimmt.' Übrigens, Steinmeier zeigte auch auf die Option von parteiunabhängigen Persönlichkeiten und stellte einen Vergleich zu Joachim Gauck an, der 2012 als Nicht-Parteimitglied ins Amt kam. Am Rande kommentierte Steinmeier auch die Entwicklungen im Nahen Osten. Er begrüßte die Aussicht auf ein Ende des Krieges zwischen Iran und den USA, kritisierte aber retrospektiv die Eskalation als vermeidbar. Während seiner Amtszeit als Außenminister hatte Steinmeier am Iran-Deal von 2015 mitgearbeitet, der nach Trumps Ausstieg von 2018 auseinandergefallen war – zum Bedauern des Bundespräsidenten. Aus heutiger Sicht müsse man feststellen, dass der Rückzug aus dem Abkommen mit erheblichen Folgen verbunden war, darunter der wachsende Einfluss des Iran auf regionale Gruppen wie Hamas und Hisbollah. Steinmeier zeigte sich sichtlich frustriert angesichts mangelnder Fortschritte: 'Manchmal macht es einen wirklich verrückt, zu sehen, wie wenig Vernunft oft genug einkehren will.' Schließlich schlug Steinmeier auch einen Bogen zur Innenpolitik. Er erinnerte an seine Beteiligung an den Reformen der Agenda 2010 unter Kanzler Schröder und an die Neigung der Deutschen, rhetorische Aufbrüche zwar zu feiern, aber Reformen selbst kritisch zu betrachten. Angesichts der heutigen wirtschaftlichen Schwäche und geopolitischer Unsicherheiten seien die Startbedingungen für Reformen noch rauer. Im Kern, so sein Credo, bleibe der Sozialstaat dann nachhaltig, wenn die Wirtschaft brummt und möglichst viele Bürger Arbeit haben. Steinmeier forderte die Regierung nachdrücklich auf, noch vor der Sommerpause wichtige Gesetze auf den Weg zu bringen – solange das Zeitfenster noch offensteht.

Frank-Walter Steinmeier äußert sich zur kommenden Nachwahl des Bundespräsidenten und betont die Notwendigkeit politischer Erfahrung im höchsten Staatsamt, besonders mit Blick auf die schwierigen Koalitionsverhandlungen von 2017. Er signalisiert die Tendenz, dass eine Frau das Amt übernehmen könnte, schließt aber eine parteiunabhängige Personalie nicht aus, und sieht mit Sorge zukünftige Regierungsbildungen. Zu internationalen Konflikten, etwa der Iran-Politik, plädiert Steinmeier für mehr diplomatisches Geschick und stabile Lösungen, bedauert den Bruch des Iran-Abkommens und warnt vor den langfristigen Folgen für den Nahen Osten. In Bezug auf die Lage in Deutschland hebt der Bundespräsident die wachsenden Herausforderungen bei der Umsetzung von Reformen hervor: Die politischen wie wirtschaftlichen Bedingungen erschweren Fortschritte, der Erhalt des Sozialstaats erfordert dringend eine stabile Wirtschaft und funktionierende Arbeitsmärkte. Aktuelle Berichterstattung greift den Rückenwind für Frauen im politischen Spitzenamt auf, diskutiert die zunehmende Komplexität von Mehrheitsbildungen im Bundestag und beleuchtet, wie die Bundespräsidentenwahl zu einem Gradmesser für Partei- und Demokratieverständnis wird. Die Möglichkeit einer parteilosen Kandidatur bleibt präsent – auch, weil viele Bürger die parteipolitische Unabhängigkeit als Vorzug sehen. Die Iran-Politik bleibt unterdessen ein internationales Streitthema: Mehrere Leitartikel kritisieren die Unsicherheiten des neuen Abkommens und warnen davor, die Lehren aus dem Scheitern des Abkommens von 2015 zu übersehen.

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