Das Statistische Bundesamt gab am Montag vorläufige Zahlen bekannt, wonach die Zahl der Regelinsolvenzen im Dezember merklich gestiegen ist. Hierbei muss man wissen: Die Insolvenzanträge landen erst nach der ersten gerichtlichen Entscheidung in der Statistik – und oft sind sie schon einige Monate vorher gestellt worden. Das heißt, das Geschehen, das wir heute zählen, begann vielfach längst im Hintergrund.
Im Oktober 2025 zählten die Amtsgerichte exakt 2.108 gemeldete Unternehmensinsolvenzen. Das entspricht einem Plus von 4,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Erstaunlich aber: Während 2025 die Summe der Forderungen bei 2,6 Milliarden Euro lag, waren es ein Jahr davor noch 3,8 Milliarden. Das lässt sich dadurch erklären, dass 2024 mehr große und wirtschaftlich bedeutende Firmen insolvent gingen als 2025, obwohl die Fallzahlen aktuell steigen.
Pro 10.000 Unternehmen meldete Deutschland im Oktober 6,1 Insolvenzen. Besonders betroffen: der Verkehrs- und Logistiksektor mit 12,3 Fällen je 10.000 Unternehmen. Dicht dahinter das Gastgewerbe (10,5 Fälle) und das Baugewerbe (8,5). Und auch Privatmenschen trifft es: Mit 6.709 Verbraucherinsolvenzen gab es rund 7,6 Prozent mehr Anträge als im Vorjahresmonat.
Eine Zunahme von Regelinsolvenzen signalisiert wirtschaftliche Gräben, die sich wohl nicht nur durch gestiegene Energiekosten, sondern auch durch eine gewisse Unsicherheit auf dem Markt auftun. Dazu kommt, dass kleinere und mittlere Unternehmen stärker von Liquiditätsproblemen betroffen sind, während große Pleiten ausblieben – was die niedrigeren Gläubigerforderungen erklärt. Laut aktuellen Medienberichten führen Inflation, steigende Zinsen und anhaltende geopolitische Unsicherheiten zu einer wachsenden Belastung bei Unternehmen, speziell in den Sektoren Verkehr, Logistik und Gastronomie. Experten warnen, dass dieser Trend 2026 anhalten könnte, sofern keine deutlichen konjunkturellen Impulse gesetzt werden. Verbraucherinsolvenzen steigen ebenfalls, wobei viele Haushalte durch hohe Lebenshaltungskosten und die unsichere wirtschaftliche Gesamtlage ins Straucheln geraten.