Es ist schon merkwürdig, wie Häuser manchmal als Wegweiser für ein ganzes Stadtviertel fungieren. Kaum biegt man in den Südosten Hamburgs ab, fällt das neue Kommissariat ins Auge: ein wuchtiger Bau, der zwischen vertrauten Backsteinstrukturen förmlich leuchtet – und das nicht nur bei Sonnenschein. Nach sieben Jahren Planung hat das Team von Pflügelbauer & Scheffczyk das bis dato größte Polizeirevier Deutschlands auf den Sockel eines Achtzigerjahrebaus gesetzt. Die Fassade aus eloxiertem Aluminium in sattem Bronze ist dabei mehr als bloßer Schutz – sie verleiht dem Baukörper Tiefe, lässt ihn je nach Tageszeit anders wirken, fast lebendig.
Solche Projekte laufen, das sollte hier nicht verschwiegen werden, selten glatt: Behördenvorschriften, technische Raffinessen, Arbeitsplätze für Beamte, Rückzugsorte, Sicherheit, das ganze Drumherum eben. Andreas Pflügelbauer erzählt rückblickend von langen, manchmal zermürbenden Planungsrunden, in denen Funktion und Ästhetik immer wieder gegeneinander abgewogen werden mussten. Es entstand nicht bloß ein modernes Verwaltungsgebäude, sondern fast schon ein kleiner Mikrokosmos: Sportflächen, Sicherheitszonen, ja selbst große Stauräume für Ausrüstung sind mitgedacht – und ganz nebenbei wurde sogar auf Umweltschonung Wert gelegt.
Das Spannende ist: Alt trifft Neu, und beides verstärkt einander. Während das alte, flache Backsteingebäude gewohnt hanseatisch wirkt, spielt der Anbau mit Horizontale und Vertikale, Bronze und Klinker, Licht und Schatten. Besonders die auffällige Rundung zum Innenhof hin, fast ein Statement, sticht ins Auge. Funktionell überzeugt der Innenraum durch kurze Wege, viel Licht und durchdachte Arbeitszonen. Und das Dach? Natürlich begrünt und obendrein mit Solarthermie bestückt – auch bei Polizeigebäuden sind die Zeiten des öden Flachdachs vorbei.
Fassadenmaterial war für die Architekten übrigens nicht irgendeine Spielerei: Die große gebogene Fläche verlangte nach etwas Flexiblerem als Stein. Fünf Jahre und zahllose Materialproben später fiel die Entscheidung auf ein eloxiertes Aluminiumprofil, dessen Oberfläche nie ganz gleich ist – je nach Charge leicht unterschiedlich getönt. Warum das so wichtig war? Gerade diese Nuancen, kleine Imperfektionen im Ton, bewahren das Gebäude vor lebloser Uniformität. Das Montageunternehmen Kohlmeyer Fassadenbau war dann für die knifflige Umsetzung verantwortlich: 1.100 Quadratmeter Aluminiumprofile mussten millimetergenau gebogen, verschraubt und verdeckt montiert werden. Keine Arbeit, für die grobe Mechanik taugt – hier war Präzision und Handwerkskunst gefragt. Das Ergebnis erinnert, wenn man genau hinschaut, tatsächlich an eine filigrane Handzeichnung, eine Art skulpturale Schraffur aus Metall.
Die Firma PREFA, deren Material hier zur Anwendung kam, betont besonders den Nachhaltigkeitsaspekt: Bis zu 87 Prozent Recycling-Anteil bei den Aluminiumplatten, strenge Kreislaufwirtschaft, grüne Energie. Ein Nebenaspekt? Vielleicht. Aber eines steht fest: Wer mit der S-Bahn vorbeifährt, merkt sich diese Fassade.
Das Polizeikommissariat 43 im Hamburger Stadtteil Billstedt ist ein Beispiel dafür, wie originelle Architektur und nachhaltige Materialwahl auch bei Zweckbauten neue Maßstäbe setzen können. Markant und mit einer bronzefarbenen Aluminiumfassade präsentiert sich das Revier als echtes architektonisches Statement, das nicht nur optisch hervorsticht, sondern auch auf Umweltverträglichkeit und moderne Arbeitsbedingungen viel Wert legt. Die Verwendung von bis zu 87 Prozent recyceltem Aluminium und solarthermischer Energie auf dem begrünten Dach spiegeln den aktuellen Trend zu nachhaltigen öffentlichen Bauten wider.
Aktuelle Recherche ergab: 1. Das Hamburger Revier 43 ist Teil einer stadtweiten Modernisierungsoffensive, bei der Nachhaltigkeit und Architektur Hand in Hand gehen. Laut "Zeit Online" werden in Hamburg vermehrt Bauprojekte mit innovativen Fassaden realisiert, um das Stadtbild und Energieeffizienz zu verbessern. 2. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wächst das Interesse an nachhaltigen Baustoffen gerade im öffentlichen Sektor, nicht zuletzt, um Vorbildcharakter für private Bauprojekte zu setzen. 3. Laut einer aktuellen Analyse von "FAZ.net" zeigen neue Polizeibauten in Frankfurt und Berlin vergleichbare Ambitionen, Nachhaltigkeit und Sicherheit architektonisch zu verschmelzen – mit viel Beifall, aber auch Detailkritik aus der Fachwelt.