ARD und ZDF stellen Weichen: Gemeinsame Programme ab 2027 – Drei Sender verschwinden

Medienlandschaft in Bewegung: ARD und ZDF rücken digital enger zusammen, reduzieren ihre Kanäle und setzen mit neuen Angeboten auf jüngere Zuschauer. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland sortiert sein Portfolio neu und baut dabei auf bewährte Partnerschaften.

heute 14:00 Uhr | 2 mal gelesen

Norbert Himmler, Intendant des ZDF, bringt es auf den Punkt: 'Hier verschmelzen die Stärken beider Häuser – trotz mancher Hürde, die zu nehmen war.' Was erstmal nach schönem Management-Sprech klingt, bedeutet für die Medienlandschaft tatsächlich eine kleine Revolution: ARD und ZDF bündeln ihre Kräfte, lassen alte Strukturen hinter sich und schnüren ein gemeinsames Programmpaket, das ganz besonders auf die Neugier und Sehgewohnheiten jüngerer Menschen zielt. Florian Hager, ARD-Vorsitzender und Chef des hessischen Rundfunks, verweist auf die digitalen Erfolge wie funk und KiKA. Digital first – dieser Gedanke prägt laut Hager die künftigen Inhalte, auch wenn der Abschied von drei etablierten Kanälen aus der linearen Fernsehlandschaft nicht allen leichtfallen dürfte. Die Liste der Überlebenden ist übersichtlich: arte, 3sat, KiKA, funk, info, neo und phoenix bleiben am Netz, geführt von wechselnden Partnern aus ZDF und ARD. Die knallharte Vorgabe des neuen Staatsvertrags schreibt das Streichen der übrigen linearen Kanäle bis zum Jahresende 2026 vor. Erst Anfang 2027 gehen die neuen Gemeinschaftskanäle komplett an den Start, wenn alles wie geplant läuft. Bis dahin tüfteln eigens eingerichtete Arbeitsgruppen an Details: Programmschemata, Abstimmungsroutinen, technische Abläufe – und irgendwo schwingt auch eine leise Unsicherheit mit, denn die letzten Gremien müssen zustimmen. Neben PR-Kontakten bleibt vor allem die Frage: Wird das neue Portfolio wirklich halten, was der große Schritt in Richtung Zukunft verspricht?

Mit der radikalen Umstrukturierung reagieren ARD und ZDF nicht nur auf politische Vorgaben, sondern auch auf verändertes Medienverhalten, vor allem in der jüngeren Bevölkerung. Sie verschlanken ihr lineares Angebot, setzen einen deutlichen Fokus auf digitale Formate und bündeln bestehende Stärken unter neuen Markennamen. Laut Berichten haben die Sparmaßnahmen und die damit verbundenen Veränderungen auch Kritik ausgelöst, insbesondere beim Personal: Es gibt Sorgen um Arbeitsplätze und die Vielfalt regionaler Inhalte (Quelle: FAZ). Zeitgleich werden öffentlich-rechtliche Angebote weiterhin auf ihre gesellschaftliche Relevanz geprüft und der politische Druck zur Effizienzsteigerung bleibt, wie verschiedene Medien ausführlich diskutieren (Quelle: ZEIT). Hinzu kommt, dass Medienexperten digitale Kooperationen als überfällig ansehen, um gegen Streaming-Plattformen wettbewerbsfähig zu bleiben (Quelle: SPIEGEL).

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