Die Führungsspitze von Audi denkt laut Insidern darüber nach, das bisherige Verkaufsziel von bis zu 2,2 Millionen Fahrzeugen pro Jahr zu reduzieren. Mehr als zwei Millionen verkaufte Autos pro Jahr dürften es laut aktuellen Überlegungen kaum noch werden – das berichtet zumindest das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf interne Quellen. Hintergrund dieser Überlegungen ist nicht zuletzt, dass auch der Mutterkonzern Volkswagen offenbar seine Fertigungskapazitäten an die gebremste Nachfrage anpasst. Die Ursachen: zurückgehende Absätze in Schlüsselregionen – insbesondere China, dazu erschwerende politische Entwicklungen wie Zölle auf dem US-Markt und Unsicherheiten im Nahen Osten. Wie ein hochrangiger Audi-Manager betont, haben sich die globalen Rahmenbedingungen spürbar verändert. "Wir werden durch die äußeren Umstände in unserem Wachstum deutlich gebremst", heißt es. Offiziell gibt sich Audi indes zurückhaltend und will keine bestimmte Zielgröße nennen. Wichtiger als die schiere Zahl ausgelieferter Fahrzeuge sei laut Unternehmensangaben ohnehin die Profitabilität. Im Vorjahr lag der Verkauf bei ungefähr 1,6 Millionen Einheiten. Besonders prekär: In China, dem größten Einzelmarkt, sackten die Zulassungen allein bis Mai dieses Jahres um etwa 14 Prozent ab, in den USA lag das Minus bei stolzen 12,5 Prozent, so die Marktforscher von Marklines.
Was für ein Auf und Ab – und das betrifft nicht nur Audi, sondern die gesamte Industrie. Irgendwie spürt man diesen Druck, selbst wenn man mit Autos sonst wenig am Hut hat. Marktmechanismen auf globaler Bühne – manchmal wirken sie wie Dominos, die an unerwarteter Stelle ins Kippen geraten.
Audi könnte mittelfristig seine Produktionsziele von bis zu 2,2 Millionen Autos pro Jahr auf rund zwei Millionen zurückschrauben – diese Überlegung kommt auf, während die Autokonjunktur weltweit unter die Räder gerät. Insbesondere Rückgänge in China, geopolitische Unsicherheiten (z.B. der Nahostkonflikt) und die wachsende Abschottung der USA per Strafzöllen belasten das Geschäft schwer. Im Hintergrund steht zudem ein strategischer Schwenk der gesamten VW-Gruppe, die ihre Produktionskapazitäten anpasst und sich auf profitableres Wachstum statt bloßer Stückzahlsteigerung besinnen will. Bei Recherchen stößt man außerdem darauf, dass unter anderem der Wettbewerb durch chinesische E-Auto-Produzenten eine große Rolle spielt und deutsche Hersteller insgesamt mit Absatzproblemen kämpfen – nicht nur Audi als Einzelmarke. So berichtet "Die Zeit", dass das Premium-Segment hierdurch unter erhöhtem Druck steht, während "Spiegel" von einem anhaltend schwachen Halbjahresausblick bei etablierten Autobauern wie Audi berichtet. Zusätzlich beleuchtet "Süddeutsche" die Unsicherheit und das Zögern bei neuen Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung, die als Reaktion auf den schwächelnden Absatzmarkt auftreten.