Am Freitagnachmittag verriet eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes überraschend in Berlin, dass Johann Wadephul am Sonntag Richtung Amerika aufbrechen wird. Dort soll am Montag ein Treffen mit Marco Rubio, seinem US-amerikanischen Kollegen, stattfinden. Schwerpunkte sind – wenig überraschend – das deutsch-amerikanische Verhältnis, die weiterhin brenzlige Lage in der Ukraine sowie Fragen der transatlantischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Aber auch andere aktuelle weltpolitische Baustellen könnten zur Sprache kommen; die Agenda wirkt bewusst offen gehalten.
Interessant: Wadephul legt auf seinem Weg über den Atlantik einen Stopover in Island ein. Dort wird er sich mit der isländischen Außenministerin Thorgerdur Gunnarsdottir zu Gesprächen treffen – ein Abstecher, der zwar etwas aus dem Rahmen fällt, aber vermutlich dem Netzwerken und dem Ausbau nordeuropäischer Beziehungen dienen dürfte. Groß angekündigt wurde die Visite nicht, aber Wendungen und Details solcher Reisen haben meistens ihren eigenen Subtext.
Johann Wadephul, Deutschlands Außenminister, reist kurzfristig für politische Gespräche in die USA, wo er vor allem mit seinem Amtskollegen Marco Rubio zusammentrifft. Neben der bilateralen Beziehung zwischen Deutschland und den USA, besonders im Hinblick auf die Kooperation bei Sicherheitsfragen und der Unterstützung der Ukraine, will er auch weitere außenpolitische Themen anschneiden, womöglich inklusive aktueller Spannungen und gemeinsamer Strategien in internationalen Krisenherden. Die sorgfältig geplante Route über Island, wo Wadephul mit Thorgerdur Gunnarsdottir zusammenkommt, signalisiert den Wunsch nach einer stärkeren Kooperation mit den nordischen Ländern und deutet gleichzeitig darauf hin, dass auf internationaler Bühne Koalitionen jenseits der klassischen Achsen gesucht werden.