Australiens Premier Albanese packt das diplomatische Seil jetzt entschlossener an: Kaum ist Matthew Wale – ein bekanntes Gesicht mit Australien-Affinität – Regierungschef der Salomonen, stehen intensive Gespräche über ein umfassendes Partnerschaftsabkommen auf der Agenda. Wale, der für seine kritische Haltung gegenüber dem Peking-Honiara Sicherheitsbündnis bekannt ist, besuchte Australien zum Start seiner Amtszeit – ein Zeichen, das zwischen den Zeilen laut hallt. Offenbar will Albanese Nägel mit Köpfen machen: Neben dem politischen Handschlag geht es um handfeste Finanzzusagen. Rund 190 Millionen australische Dollar sollen, laut einem Memorandum of Understanding, in Polizei-Training, Ausrüstung und eine neue Ausbildungseinrichtung fließen – ein beträchtliches Investment in eine Region, in der Großmächte schon ab und an die Ellenbogen ausfahren. Pikant daran: Schon 2019 wechselte das Land die diplomatische Farbe von Taiwan zu China. Chinas Einfluss ist seither spürbar gewachsen, und 2022 kam ein Sicherheitsabkommen hinzu. Doch trotz neuer Freunde bleibt Australien für die Salomonen ein unverzichtbarer Geldgeber. Mal ehrlich – vieles spricht dafür, dass dieser Balanceakt zwischen alten und neuen Partnern noch turbulent werden könnte.
Unverkennbar ist Australiens neue Entschlossenheit, im strategischen Ringen um den Südpazifik wieder kräftig mitzumischen. Angesichts Chinas zunehmender Aktivitäten – diplomatisch wie finanziell – versucht Canberra, mit klugen Allianzen und Zahlungen ein Gegengewicht zu schaffen. Neu ist der persönliche Draht zwischen Albanese und Wale, der auf vollständige Zusammenarbeit und größere finanzielle Hilfen setzt. Zuletzt griffen jedoch auch Neuseeland, die USA und sogar Japan verstärkt in den diplomatischen Konkurrenzkampf ein. Die Salomonen bleiben zwischen den Machtblöcken hin- und hergerissen: Während Chinas Investitionen sichtbar wachsen, ist Australien traditionell der wichtigste Geldgeber für die Polizei und andere Infrastrukturprojekte geblieben. In den letzten Tagen wurde zudem mehrfach berichtet, dass die Salomonen die Zusammenarbeit mit Taiwan, im Zuge der Annäherung an China, komplett auf Eis legten – was zu großem Missfallen in westlichen Hauptstädten führte. Die laufenden Verhandlungen könnten die Machtverhältnisse in der gesamten Pazifikregion verschieben.