Die Wahlberechtigtenzahl klettert auf ein Rekordhoch: 7,7 Millionen Menschen – davon gut 650.000, die nun erstmals ihr Kreuz machen dürfen, oft noch Schüler oder Auszubildende. Der Grund ist klar: Das Wahlrecht wurde herabgesetzt, wer mit 16 Jahren Bus fährt, darf auch mit abstimmen, wer künftig regiert. Landtagswahlen sind selten ein Riesenhappening im Südwesten, aber diesmal könnte es tatsächlich eng werden. Die Grünen, lange mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann an der Spitze, sehen sich einem offensiven CDU-Kurs gegenüber. Kretschmann hat, anders als ursprünglich erwartet, seinen Hut genommen – was durchaus für Nervosität bei der Partei sorgt. CDU-Mann Manuel Hagel galt wochenlang als aussichtsreichster Kandidat, doch neuerdings zeichnet sich ein Patt ab. Die Grünen werfen Cem Özdemir ins Rennen, ein bundesweit bekannter Name, der für viele auch jenseits Baden-Württembergs ein Gesicht für Wandel ist. Die jüngste Umfrage: 28 zu 28, Gleichstand mit der CDU.
Hinter diesem Duell rangeln sich AfD (18 Prozent), SPD (knapp unter 10 Prozent), FDP und Linke (beide dicht an der Fünf-Prozent-Marke). Mehr Vielfalt also, aber nicht unbedingt mehr Klarheit. Um 18 Uhr fallen die sprichwörtliche Klappe – Ergebnisse dürften dann Schlag auf Schlag eintreffen. Wer am Ende den Ministerpräsidenten stellt, bleibt wohl offen, bis tatsächlich ausgezählt ist. Ob der Südwesten ein weiteres Mal Grün-Schwarz geht? Ausschließen kann das im Moment niemand mit völliger Sicherheit.
In Baden-Württemberg findet eine historisch bedeutsame Landtagswahl statt: Erstmals dürfen bereits 16-Jährige wählen, was die Zahl der Wahlberechtigten deutlich erhöht hat. Die bekannten Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grünen und CDU hin, wobei beide jeweils auf etwa 28 Prozent kommen – ein echtes Novum nach vielen Jahren grüner Vorherrschaft mit Winfried Kretschmann, der diesmal nicht mehr antritt. Neben dem Zweikampf spielen AfD, SPD, FDP und Linke kleinere, aber potenziell entscheidende Rollen. Aktuelle Recherchen zeigen, dass das Restunsicherheit herrscht: Zum einen ist unklar, wie sich die neue, jugendliche Wählerschaft tatsächlich auswirkt – die Parteien bemühen sich jedenfalls spürbar stärker um junge Stimmen, so berichten etwa die meisten großen Nachrichtenmagazine. Zum anderen berichten taz, Zeit und Süddeutsche, dass die Wahl im Zeichen etlicher Krisen (u.a. Lieferketten, Energie, Bildung) steht, was das Wahlverhalten verändern könnte (etwa https://www.zeit.de). Der Wahlkampf wurde allgemein als ungewöhnlich hitzig und sogar personenzentrierter erlebt, und gerade die Rolle Özdemirs wird von fast allen Medien als möglicher Gamechanger diskutiert.