Angela Bähr zieht eine ernüchternde Bilanz: Die weltpolitische Lage verschärft die Einschränkung von Frauenrechten und ihrer körperlichen Autonomie weiter. Kriege, humanitäre Katastrophen und gesellschaftlicher Rollback treiben die Fallzahlen sexueller Gewalt unaufhörlich nach oben – laut UNFPA war im letzten Jahr etwa jede zehnte Frau betroffen. Hilfe suchen die wenigsten: Nicht einmal 40 Prozent wenden sich danach an irgendeine Anlaufstelle, noch seltener werden Straftaten offiziell gemacht. Das selbstverständliche Recht auf Prävention und Schutz wirkt in vielen Bereichen fast wie eine ferne Utopie. Bähr betont, dass Prävention – von Aufklärung bis hin zu gesellschaftlicher Debatte – immer wichtiger wird, denn die Erfolge der letzten Jahrzehnte geraten durch radikale Bewegungen zunehmend unter Druck. Exemplarisch steht dafür die wieder ausgedehnte „Global Gag Rule“ der US-Regierung, die Hilfsorganisationen weltweit drangsaliert und lebenswichtige Projekte kappt, sobald sie sexuelle und reproduktive Rechte stärken. Tragisch daran: Gerade in besonders verletzbaren Gesellschaften werden Mädchen und junge Frauen faktisch ihrer Zukunft beraubt. Bähr ruft die Bundesregierung nicht nur zu klarer Haltung, sondern vor allem zu verbindlicher politischer und finanzieller Unterstützung auf.
Die Entwicklung der Frauenrechte steht weltweit auf der Kippe, beeindruckend belegt durch Einschätzungen von UN-Expert:innen und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: Fast die Hälfte aller Frauen besitzt keine wirkliche Selbstbestimmung über den eigenen Körper, sei es beim Zugang zu Gesundheitsversorgung oder bei Fragen der Familie und Sexualität. In den letzten Monaten haben politische Rückschritte, angeführt durch erstarkende ultra-konservative Bewegungen und Gesetze wie die US-amerikanische Global Gag Rule, die internationale Lage weiter verschärft. Aktuelle Berichte – etwa von DW.com und Zeit.de – bestätigen einen deutlichen Rückschritt bei Gleichstellung und Gewaltprävention, während Krisen und Kriege Frauenrechte systematisch aushöhlen; feministische Organisationen fordern daher zunehmend entschlossene Gegenmaßnahmen. Im internationalen Kontext rücken außerdem die Folgen von Katastrophen, Kriegen und politischer Polarisierung immer stärker in den Fokus, von sexueller Gewalt bis hin zum Versagen staatlicher Institutionen, Überlebende zu schützen.