Scheinbar unspektakulär, aber mit weitreichenden Konsequenzen: Laut Insidern aus dem 'Welt am Sonntag'- Umfeld bahnt sich eine neue Epoche der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel an, vor allem im sensiblen Feld der Sicherheits- und Verteidigungsbranche. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass solche Allianzen, die vor kurzem noch Bündnistreue beschworen, zunehmend pragmatisch mit industriepolitischen Interessen verknüpft werden? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass es nicht nur um Technik, sondern auch um Timing und gemeinsame geopolitische Interessen geht – der India-Middle-East-Europe Economic Corridor steht dabei ganz oben auf der To-Do-Liste beider Ministerien. Noch mehr: Beide Regierungen denken über ein periodisch stattfindendes bilaterales Wirtschaftsforum nach, um ihre Industriechefs und Entscheider regelmäßig an einen Tisch zu bringen. Angesichts der zahlreichen Unsicherheiten auf der Weltbühne wirkt die Maxime 'Freunde halten zusammen' plötzlich ziemlich handfest.
Der deutsch-israelische Schulterschluss, den Wirtschaftsministerin Reiche aktuell sucht, spiegelt ein wachsendes Bewusstsein über geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Verflechtungen. Nach offiziellen Angaben beider Ministerien ist ein zentrales Ziel der Ausbau gemeinsamer Projekte, etwa im Rahmen des India-Middle-East-Europe Economic Corridor, durch den eine neue Handelsachse zwischen Asien, Nahost und Europa entstehen könnte. Recherchen jüngster Medienberichte zufolge beflügeln aber auch sicherheitspolitische Erwägungen die engere Verbindung – insbesondere im Bereich Hightech- und Rüstungsgüter, die angesichts weltweiter Spannungen für beide Länder strategisch immer wichtiger werden.