Bärbel Bas: Rente mit 70 bleibt in dieser Amtszeit tabu

Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat klargestellt: Eine Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre wird es während der aktuellen Legislaturperiode nicht geben.

heute 20:00 Uhr | 4 mal gelesen

Am Montag, während eines Interviews bei ntv mit Pinar Atalay, äußerte sich Bärbel Bas eindeutig: "Ja, das kann ich für diese Legislaturperiode ausschließen", antwortete sie auf die Nachfrage, ob ein Renteneintritt mit 70 auf absehbare Zeit eine Option sei. Zwar gebe es Vorteile, ein fixes Alter als Orientierung zu haben, doch Bas betonte, dass die Diskussionen um das Rentenalter differenzierter geführt werden sollten. Interessant ist dabei ihre Sichtweise: Es gehe letztlich doch mehr um die Frage, wie man langjährig Beschäftigten einen fairen und rechtzeitigen Ausstieg ermöglichen könne, anstatt starr an einer Zahl festzuhalten. "Was zählt ist die Zeit, die jemand eingezahlt hat, und ob das am Ende für eine vernünftige Rente reicht", so Bas. Aktuell würden Experten in der Alterssicherungskommission verschiedene Modelle diskutieren – auch mit Blick darauf, wie man Versicherten mit gesundheitlichen Einschränkungen gerecht werden kann. "Natürlich muss auch sichergestellt sein, dass kein langjährig Berufstätiger am Ende mit zu wenig aussteigen muss", fügte sie hinzu. Für diese Legislatur sei jedenfalls kein Beschluss zu erwarten.

Bas bleibt dabei: Kein Renteneintritt mit 70 während dieser Regierungszeit, egal wie hitzig die Debatte gerade ist. Sie plädiert stattdessen für mehr Flexibilität und schaut besonders auf die, die aus gesundheitlichen oder biografischen Gründen kaum so lange durchhalten könnten. Frische Entwicklungen befeuern die Debatte: Erst vergangene Woche wurden neue Zahlen veröffentlicht, laut denen immer mehr ältere Erwerbstätige sich Sorgen um ihre Absicherung machen – die Alterssicherungskommission arbeitet an Alternativen, etwa flexiblere Modelle mit Bonussystemen für besonders lange Versicherungszeiten. In aktuellen Leitartikeln wurde zudem darauf hingewiesen, dass der steigende Anteil von Menschen über 67 im Arbeitsmarkt Deutschland vor große Herausforderungen stellt, etwa bei Lohnniveau und Gesundheitsvorsorge (siehe letztes Gutachten des Sachverständigenrats). Auch politische Stimmen aus FDP und Union hatten jüngst erneut höhere Altersgrenzen ins Spiel gebracht, was auf Widerstand innerhalb der aktuellen Koalition stößt.

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