Die Diskussion um einen möglichen Stimmrechtsentzug für Ungarn ist aktuell im Kontext anhaltender Blockaden beim Ukraine-Thema wieder voll entbrannt. Strack-Zimmermann und Freund unterstreichen, dass das Verhalten der Orbán-Regierung nicht nur dem Zusammenhalt, sondern auch konkreten sicherheitspolitischen Interessen Europas entgegenläuft. Seit Jahren gibt es Streit um Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Ungarn; inzwischen warnt auch die Europäische Kommission regelmäßig vor Ungarns Abweichungen von EU-Werten – Hintergrund sind unter anderem Einschränkungen für Medien, Justiz und Zivilgesellschaft. Jüngst blockierte Budapest überdies nicht nur Ukraine-Hilfen, sondern auch weitere Sanktionen gegen Russland oder Initiativen für die Verteidigungsunion. In Brüssel wird verstärkt diskutiert, wie einem Land, das sich ständig querstellt, effektiv begegnet werden kann – das Instrument des Stimmrechtsentzugs (Artikel 7 EU-Vertrag) gilt als lose im Raum schwebende, aber bislang noch nie umgesetzte "letzte Waffe". In aktuellen Medienberichten wird auch die europäische Einigkeit als strategische Notwendigkeit betont; langandauernde Blockaden könnten Putins Rechnung spielen und das Vertrauen in die EU weiter beschädigen.
23.02.26 20:00 Uhr