Umfrage-Schock: Merz und Regierung unter historischem Stimmungstief

Das Vertrauen in Kanzler Friedrich Merz (CDU) und die schwarz-rote Koalition ist laut Insa-Umfrage auf einem Allzeittief. Nie zuvor seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr war die Unzufriedenheit in der Bevölkerung derart groß.

heute 17:59 Uhr | 3 mal gelesen

Nur noch ein Fünftel der Bürgerinnen und Bürger sagt, Kanzler Merz mache einen guten Job. Die schwarz-rote Koalition kommt sogar noch schlechter weg: 73 Prozent der Befragten äußern Unzufriedenheit; gerade mal 20 Prozent finden ihre Arbeit wirklich zufriedenstellend. Auch unter den eigenen Anhängern bröckelt die Rückendeckung massiv. Bemerkenswert: Selbst knapp sieben von zehn SPD-Wählern können der Regierung nichts mehr abgewinnen, bei Wählern der Unionsparteien sind es immerhin mehr als die Hälfte. Für Friedrich Merz selbst sieht es ähnlich düster aus – von seinen Parteifreunden erhält er nur noch aus einem knappen Drittel Zustimmung. Erschreckend deutlich schneidet sein Image im Osten ab, wo fast niemand mit seiner Politik einverstanden ist – ganze 12 Prozent loben seine Arbeit, satte 80 Prozent lehnen ihn ab. Das Meinungsbild ist insgesamt frostig. INSA-Chef Hermann Binkert glaubt kaum noch an eine Trendumkehr: 'Inzwischen fehlt selbst innerhalb der eigenen Reihen das Vertrauen in politische Kraft und Richtung.' Die wöchentlichen Umfragewerte, der Sonntagstrend, zeigen: Die AfD behauptet mit 26 Prozent die Spitzenposition, die Union bleibt mit 25 Prozent dicht auf. SPD und Grüne können leicht zulegen, während Linke und Sonstige verlieren. FDP und BSW verharren auf niedrigem Kurs. Die aktuelle Befragung basiert auf 1.205 Teilnehmern im Zeitraum vom 7. bis 10. April. Was diese Zahlen über die deutsche Politiklandschaft sagen, wird noch lange zu diskutieren sein.

Die Ergebnisse sind ein deutliches Alarmsignal für Merz und die Regierung: Historische Tiefstwerte in der Zufriedenheit – das hat es seit seinem Einzug ins Kanzleramt noch nicht gegeben. Die Erosion des Vertrauens macht selbst vor den Parteigängern halt; Gründe liegen laut Medien in der schwachen Kommunikation, unklaren Kursen bei Haushalt, Sozialem und Migration sowie dem stockenden Reformtempo. Kommentatoren sehen die Ursachen unter anderem in ungelösten Krisen (Energie, Migration, Soziales) und einer allgemeinen Politikverdrossenheit. Die AfD profitiert weiter vom Unmut, was nicht nur die Machtoptionen künftig erschwert, sondern den politischen Ton verschärft. Ergänzende Recherche verdeutlicht, dass in den letzten 48 Stunden zahlreiche Medien wiederholt auf die weitgehende Unzufriedenheit mit der Großen Koalition und den Vertrauensschwund in etablierte Parteien eingehen und auch Debatten über Neuwahlen, neue Bündnisse oder personelle Alternativen an Fahrt aufnehmen.