Baupreise für neue Wohnungen steigen weiter – Kosten treiben Sorgen

Im Februar 2026 sind die Kosten für klassische Neubauten in Deutschland um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr geklettert. Schon im November hatte es einen ähnlichen Preisschub gegeben – die Teuerung scheint sich zu verfestigen.

heute 08:59 Uhr | 5 mal gelesen

Wenn man heute ein Haus baut, wird einem schnell schwindelig – jedenfalls in Sachen Kosten. Laut Meldung des Statistischen Bundesamts (Destatis) haben sich im Februar 2026 die Baupreise für konventionell errichtete Wohngebäude um 3,3% im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Und kaum hatte man sich von der letzten Steigerung (3,2% im November) erholt, kommen schon die nächsten Prozentpunkte obendrauf, im Monatsvergleich immerhin 1,5% mehr. Interessant – und vielleicht auch ein bisschen ernüchternd – ist der Blick auf die Einzelposten: Rohbauarbeiten waren 2,7% teurer als im Februar 2025, wobei ausgerechnet Beton- und Mauerarbeiten besonders ins Gewicht fallen. Betonarbeiten legten 1,6% zu, Mauerarbeiten 2,0%. Besonderer Preistreiber: Zimmer- und Holzbauarbeiten mit saftigen 5,5% Plus. Dachdecker ebenfalls, dort sogar 4% mehr als ein Jahr zuvor – fast schon als würde das Dach Gold statt Ziegel kriegen. Auch für Erdarbeiten braucht’s jetzt tiefer gefüllte Portemonnaies: 3,5% rauf. Beim Innenausbau sieht es nicht besser aus. Die Preise für Ausbauarbeiten stiegen um 3,8%. Besonders Installationsbetriebe merken das – Heizungsanlagen und zentrale Wassererwärmung etwa sind nun 4,2% teurer. Metallbauarbeiten, ebenfalls ein großer Brocken, stiegen um 3,0%. Die Kosten für alles, was elektrisch läuft – von der Klingel über die Wärmepumpe bis zur Apps-fähigen Haustechnik – explodierten mit 5,4%. Sogar für Wärmedämmungen werden 3,3% mehr fällig als noch 2025. Übrigens: Auch, wer schlicht sein Haus erhalten will und keine Luxussanierung plant, zahlt drauf. Instandhaltungsarbeiten (abgesehen von Schönheitskorrekturen) sind um stolze 4,1% teurer. Die Entwicklung bleibt nicht auf Wohnhäuser begrenzt. Bürobauten gingen im selben Zeitraum um 3,6% rauf, Gewerbebauten um 3,4% und im Straßenbau zeigt der Trend mit 3,7% ebenfalls klar aufwärts. Bleibt fast nur zu hoffen, dass sich zumindest die eigenen vier Wände irgendwann bezahlt machen.

Bauen bleibt in Deutschland eine teure Angelegenheit – und mit der aktuellen Teuerung der Baukosten verschärft sich die Lage für Bauherren abermals. Nicht nur die Preise für neue Wohngebäude steigen signifikant, sondern sämtliche Teilbereiche – vom Rohbau über Installationen bis zur Instandhaltung. Der Gesamttrend spiegelt nicht nur Material- und Energiekosten wider, sondern auch Engpässe und Unsicherheiten am Arbeitsmarkt. Verschärfte Klimaschutzauflagen, anhaltende Arbeitskräftemangel in der Baubranche und wachsende Zinsen könnten die Entwicklung noch weiter vorantreiben. Nach neuen Medienberichten stagnieren die Baugenehmigungen, und viele Firmen klagen inzwischen offen über Auftragsrückgänge und eine schwierige Auftragslage. Gegensteuern könnten eine Lockerung der staatlichen Regulationen, gezielte Förderprogramme oder Innovationen bei Baumaterialien – diese Diskussion wird aktuell in Politik und Fachkreisen intensiv geführt.

Schlagwort aus diesem Artikel