Es ist beinahe wie ein Déjà-vu: Während Spanien, Frankreich oder Italien sich von den Folgen der Corona-Pandemie im Flugverkehr erholen, steht Deutschland weiter im Schatten der alten Krise. Der BDL macht unmissverständlich klar, dass die jüngsten Streiks das Land nicht nur im direkten Wettbewerb schwächen. Dabei geht es längst um mehr als einige ausgefallene Flüge – es trifft die gesamte Wirtschaft, internationale Beziehungen, und nicht zuletzt zigtausende Reisende, die zwischen Wut und Resignation schwanken. Besonders heikel sei, so der BDL, dass Streiks im Luftverkehr das Land wie eine Nadel ins Nervensystem treffen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie viel Streikdemokratie eine kritische Infrastruktur verträgt: Sollte das Streikrecht in dieser Schlüsselbranche neu justiert werden? Dazu ruft der Verband zu mehr Kompromissbereitschaft am Verhandlungstisch auf und moniert, dass die Fronten zu oft verhärtet sind – der Appell, den Kopf einzuschalten, statt auf der Straße zu blockieren, klingt fast schon verzweifelt an. Die letzten Tage waren ein Vorgeschmack: Lufthansa Classic, Cityline, Cargo – der Streik war allgegenwärtig. Parallel dazu köcheln Streikabstimmungen, zum Beispiel bei Eurowings, weiter. Ganz zu schweigen davon, dass in Berlin mal eben der gesamte Betrieb stillstand. Ob das nun ein böser Vorgeschmack auf einen streikreichen Sommer ist? Ehrlich gesagt – man kann es nicht ausschließen.
Der Bundesverband warnte deutlich vor den weitreichen Folgen der Streiks im Luftverkehr und hob hervor, dass Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hinterherhinke. Die wiederholten Streikwellen treffen Airlines und Flughäfen zur Unzeit und bringen Passagiere wie auch den Wirtschaftsstandort stark unter Druck. Aktuell werden Stimmen lauter, die ein neues Gleichgewicht zwischen Streikrecht und Sicherstellung kritischer Infrastruktur fordern – eine Debatte, die angesichts der zunehmenden Streikfreude an Brisanz gewinnt. Neuere Medienrecherchen zeigen, dass für die kommenden Wochen weitere Arbeitskämpfe geplant sind, insbesondere bei Eurowings und Kabinenpersonal verschiedener Airlines. Die Bundesregierung prüft laut mehreren Berichten, ob gesetzliche Änderungen notwendig werden könnten, weil die Ausfälle nicht zuletzt auch internationale Geschäftspartner verunsichern. Zuletzt konnte in Frankreich ein ähnlicher Konflikt durch eine Notgesetzgebung kurzfristig entschärft werden, was in Deutschland als Vorbild diskutiert wird.