Beton als Kanu? Ein kurioser Wettkampf in Brandenburg

Wenn man an Beton denkt, kommt einem selten ein Kanu in den Sinn – und doch passiert genau das bei der Deutschen Betonkanu-Regatta. Am 19. und 20. Juni 2026 trifft sich in Brandenburg an der Havel eine eigensinnige Mischung aus Technikbegeisterung und sportlichem Ehrgeiz, wenn Studierende aus ganz Europa ihre eigenhändig gebauten Kanus aus Beton aufs Wasser setzen. Ein wunderlicher Wettbewerb, der zeigt: Beton kann mehr als nur stur fest sein.

heute 11:46 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich klingt es nach einer verrückten Idee: Mit einem Betonboot um die Wette paddeln. Doch die Betonkanu-Regatta ist Jahr für Jahr ein Magnet für Studierende, die ihr Bauingenieur-Know-how am Wasser testen wollen. Mehr als 1.000 kluge Köpfe reisen diesmal nach Brandenburg an der Havel – ein ordentliches Aufgebot. Sie kommen von über 50 Hochschulen aus verschiedenen Ecken Europas. In stolzen 64 Damen-, 73 Herren- und 43 Mixed-Crews treten die Teilnehmer an. Ganz nebenbei entstehen im Vorfeld kleine Wunderwerke der Technik und Fantasie. Denn jedes Team tüftelt monatelang: Vom Entwurf über das Mischen eigener Betonrezepturen bis zur akribischen Fertigung der Schalenkanus ist alles Handarbeit – und immer eine Wette auf das richtige Verhältnis zwischen schwimmen und sinken. Aber die Regatta ist nicht bloß eine sportliche Sause. Es geht auch ums Ausprobieren und Feiern von Innovationen – Stichwort: Materialeffizienz, Nachhaltigkeit, Recycling. Wer genauer hinschaut, merkt, dass hier die Bau- und Architekturzukunft auf dem Wasser getestet wird. Und dabei entstehen ganz eigentümliche Boote. In einer Art „offenen Klasse“ überraschen die Teams regelmäßig mit völlig abstrusen, aber schwimmtüchtigen Gebilden. Bei der Parade der kuriosesten Kanus wird augenzwinkernd das Motto „Ist aus Beton und schwimmt“ gefeiert. Wer Lust hat, kann schon vorher bei Instagram unter @izb_betonkanu oder dem Hashtag #betonkanu zusehen, wie viel Schweiß (und manchmal Verzweiflung) in die Projekte fließt. Und für Neugierige empfiehlt sich der 20. Juni – da ist das Spektakel am Ufer des Beetzsees live und kostenlos erlebbar. Wer will, kann sogar schon einen Tag früher einen Blick auf die Kanus werfen, während die Teams noch tüfteln oder polieren. Übrigens: Die Regatta läuft seit 1986, wird vom InformationsZentrum Beton organisiert und ist eine Einladung an die kommenden Generationen von Bauingenieuren, mit dem spröden Material zu spielen. Kaum zu glauben vielleicht – aber manchmal schwimmt Beton wirklich.

Die alljährliche Deutsche Betonkanu-Regatta ist eine eigenwillige Bühne für Technik, Kreativität und Teamgeist. Mehr als 1000 Studierende aus über 50 Einrichtungen nehmen 2026 in Brandenburg mit ihren selbstgebauten Betonkanus teil und messen sich in insgesamt 180 Rennen. Hier geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um ausgefallene Konstruktionen und nachhaltige Bauweisen, die einen Ausblick auf die Zukunft des Bauens geben. Beton als Bootsmaterial ist eine Herausforderung: Die Mischung muss exakt austariert – lustigerweise fast wie bei einem Kuchen – damit das Kanu nicht absäuft. Immer stärker rücken dabei Themen wie Recyclingbeton und CO₂-Einsparung ins Zentrum, was sich auch in den prämierten Zukunftsprojekten widerspiegelt. Im Netz stößt die Regatta mittlerweile auf enormes Echo und viele internationale Teams wollen sich nicht nur mit der Konkurrenz messen, sondern knüpfen Netzwerk-Kontakte für die Baupraxis von morgen.

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