So ein Fußballwochenende, das hätte selbst ein Drehbuchautor nicht besser hinbekommen. In München zum Beispiel – und jetzt mal ehrlich – hatten wohl viele schon mit einem bösen Erwachen für die Bayern gerechnet, nachdem St. Pauli durch Hountondji schon in Minute sechs vorgelegt hatte. Bis kurz vor der Halbzeit wirkte der Meister ratlos, ehe Guerreiro immerhin für etwas Parität sorgte. Doch der eigentliche Krimi tobte nach der 90. Minute: Díaz sorgte erst spät für Erleichterung, und Jackson legte nach – kein schöner Arbeitssieg, aber Hauptsache drei Punkte.
Das eigentlich Tragische spielte sich allerdings zeitgleich in Berlin ab. Union, der gefühlte Favorit, schien dank Khediras Treffer kurz vorm Ziel, verfiel dann aber in einen Verwaltungsmodus, der schon fast fahrlässig war. Und wie das im Fußball manchmal läuft: Schimmer sowie Schöppner nutzen die Gunst der Stunde in der Nachspielzeit, drehen alles auf links. Von Humor oder Gnade keine Spur.
Werder Bremen und Köln hingegen schienen fast schon erholsam normal Fußball zu spielen – bis der Videobeweis eingriff und Köln dank El Mala spät das Unentschieden sicherte. Bei Hoffenheim gegen Augsburg ging es weniger dramatisch ab: Touré und Burger trafen flott, Augsburg verteidigt schwach, ein Eigentor von Zesiger rundete das schwierige Augsburger Wochenende ab. Die Technik – also mal wieder der VAR – hatte auch dort ein Wörtchen mitzureden und strich ein Augsburger Tor. Das war's dann auch.
Der 12. Bundesligaspieltag 2023/24 war eine Achterbahnfahrt – vor allem für Union Berlin und den FC Bayern. Bayern zeigte sich gegen den vermeintlichen Außenseiter St. Pauli erstaunlich schwerfällig, siegte aber dank zwei Last-Minute-Treffern schlussendlich 3:1 – eine Leistung, die Trainer und Fans wohl kaum zufriedenstellt, zumal der Rekordmeister unter großem Erwartungsdruck steht. Noch schmerzhafter verlief der Tag für Union: Statt drei sicheren Punkten büßte man gegen Heidenheim späte Tore ein und zeigt damit wieder einmal, dass in der aktuellen Saison vieles im Argen liegt, angefangen beim Selbstbewusstsein bis hin zur Konzentration in den letzten Minuten. Bremen und Köln trennen sich – nach etlichen Schiedsrichterentscheidungen – mit 1:1, während Hoffenheim Augsburg mit 3:0 keine Chance ließ. Neben den sportlichen Ergebnissen steht vor allem auch die Diskussion um den VAR im Fokus; zahlreiche Interventionen sorgen für Debatten über Fairness und Spielfluss. Laut aktuellen Medienberichten wurde in der Liga erneut Kritik an der Inkonsequenz beim VAR geäußert. Außerdem rücken die Belastungssteuerung und Formtiefs im engen Bundesliga-Kalender vermehrt ins öffentliche Interesse.