„Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau“, verlautete es am Mittwoch verhalten aus dem Auswärtigen Amt, angesprochen auf den Tod von Ali Laridschani, der als Chef des Nationalen Sicherheitsrats tatsächlich ein Dreh- und Angelpunkt der Macht im Iran war. Mehr als diese Beobachtung wollte oder konnte der Sprecher jedoch nicht preisgeben – zu wenig verlässlich sei die Informationslage, zu viel stünde politisch auf dem Spiel. In den letzten Tagen hatte Israel gezielt hochrangige Mitglieder der iranischen Führung in Angriff genommen. Neben Laridschani traf es Medienberichten zufolge auch Gholamreza Soleimani, Kommandeur der paramilitärischen Basij, und Esmaeil Khatib, den mächtigen Geheimdienstminister. Die politische Dynamik im Iran bleibt davon erwartungsgemäß nicht unberührt – aber was genau daraus folgt, da wagt selbst Berlin derzeit keine Prognose. Auch zum völkerrechtlichen Rahmen blieb die Regierung zurückhaltend. Nach internationalem Recht seien Kombattanten einer Konfliktpartei legitime Ziele, hieß es – aber wie diese Regel in diesem speziellen, unübersichtlichen Fall zu greifen ist, bleibt in der Schwebe. Vieles hängt in der Luft, manches wirkt wie durch einen Nebel der Unsicherheit gefiltert. Es bleibt heikel.
Die Bundesregierung verhält sich angespannt neutral, was die Auswirkungen der gezielten Tötungen iranischer Spitzenbeamter auf die Machtbalance in Teheran angeht; die Attentate auf Laridschani, Soleimani und Khatib setzen das Regime zwar unter Druck, doch bleibt die Führung trotz Unruhen und Unsicherheiten vorerst geschlossen, wie Recherche auf aktuellen Nachrichtenportalen bestätigt. Inzwischen ruft die EU zur Deeskalation auf, mahnt jedoch die Einhaltung des humanitären Völkerrechts an, während Experten im Hintergrund warnen, dass eine Eskalationsspirale mit unkalkulierbaren Folgen drohen könnte, sollte die Linie des „targeted killings“ fortgesetzt werden. Beobachter sehen im Iran Zeichen einer verhärteten Reaktion: Trotz gezielter Schwächung durch westliche Militärschläge werden oppositionelle Stimmen zusehends unterdrückt, während die Führung rhetorisch noch näher zusammenrückt und weitere außenpolitische Vergeltungsmaßnahmen ankündigt.