Bundeswehr setzt auf eigene KI: US-Modelle unerwünscht

Generalmajor Jürgen Setzer, Chef für Cybersicherheit im Kommando CIR der Bundeswehr in Bonn, lehnt KI-Lösungen aus den USA ab. Lieber bauen die Streitkräfte auf Technologie heimischer oder zumindest europäischer Herkunft. „Unabhängigkeit steht im Mittelpunkt“, so Setzer gegenüber dem Handelsblatt.

heute 08:59 Uhr | 1 mal gelesen

Rund um KI-Technologien herrscht in den USA derzeit ein regelrechtes Hin und Her. Das Pentagon hat kürzlich entschieden, die KI-Modelle des US-Anbieters Anthropic nicht mehr zu nutzen, sondern vielmehr auf Systeme von OpenAI zu setzen – eine Weichenstellung, die auch aufhorchen lässt. In Deutschland hingegen geht alles gemächlicher: Generalmajor Jürgen Setzer spricht offen über die Bedenken, fremde Systeme zu benutzen. Statt blind der US-Technologie zu vertrauen, prüft die Bundeswehr KI-Lösungen, die aus europäischen oder sogar deutschen Entwicklerstuben stammen. Noch fehlt es allerdings an einigen Grundlagen – insbesondere an integrativen Datenplattformen und den passenden Analysewerkzeugen. Erst, wenn solche infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen sind, soll die Bundeswehr in der Lage sein, KI tatsächlich nutzbringend im militärischen Bereich einzusetzen. Setzer nennt das Jahr 2029 als Zielmarke – ‚kriegstüchtig‘ wolle man bis dahin sein. Ob das ambitioniert oder realistisch ist, dürfte sich allerdings erst Schritt für Schritt zeigen. Bemerkenswert: Trotz oder wegen der internationalen Turbulenzen, plant die Bundeswehr viel Bedacht und wenig Experimentelles.

Die Bundeswehr hält sich klar von amerikanischen KI-Modellen fern und legt vielmehr Wert auf technologische Autonomie. Laut Generalmajor Setzer stehen aktuell besonders Systeme aus Deutschland oder Europa im Fokus, ein entscheidendes Signal für Eigenständigkeit und strategische Unabhängigkeit. Bis zum Jahr 2029 sollen zudem die notwendigen IT-Infrastrukturen geschaffen werden, um Künstliche Intelligenz effektiv im militärischen Kontext zu nutzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass in den USA derzeit eine heftige Debatte darüber läuft, welche KI-Systeme im Verteidigungsbereich überhaupt eingesetzt werden sollen – und welche Risiken damit einhergehen. Ein kritischer Punkt bleibt die Datenhoheit: Die Bundeswehr will vermeiden, sicherheitskritische Daten in fremde Hände zu geben. Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, überhaupt konkurrenzfähige, lokale Alternativen zu globalen Marktführern wie OpenAI zu entwickeln. In jüngster Vergangenheit wurde aus mehreren Quellen, darunter die Süddeutsche Zeitung und das Handelsblatt, zudem eine steigende Nervosität innerhalb Europas hinsichtlich möglicher Abhängigkeiten von US-Tech-Firmen konstatiert. Ergänzend finden aktuell in Deutschland erste, wenn auch sehr vorsichtige Pilotprojekte für KI im sicherheitsrelevanten Bereich statt.

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