Hofreiter kritisiert Kanzler Scholz und Oppositionsführer Merz deutlich für deren Darstellung der EU-Gipfel-Themen, denn seiner Ansicht nach stehen gegenwärtig wichtigeres als Verwaltungsreformen auf der Agenda. Im Zentrum der Gespräche der europäischen Regierungschefs sieht er – wie viele Beobachter – eindeutig die großen geopolitischen Krisen, allen voran der anhaltende Krieg Russlands in der Ukraine und die Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran. Während Bürokratieabbau immer ein Thema bleibe, sieht Hofreiter dringenden akuten Handlungsbedarf bei der europäischen Sicherheits- und Außenpolitik. Neue Informationen zum Gipfel: Laut aktuellen Berichten auf Zeit Online und der Süddeutschen Zeitung dominieren tatsächlich die anhaltenden Unterstützungspakete für die Ukraine sowie das gemeinsame Vorgehen bei Sicherheitsfragen den Gipfelverlauf, während Reformen zur Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau formal beschlossen, aber eher zur Randnotiz geraten sind. Auch DW und die FAZ bestätigen diesen Kurswechsel weg von lang geplanten Wirtschaftsreformen – zugunsten von kurzfristigen sicherheits- und außenpolitischen Debatten, gerade nach dem offensiven Vorgehen Irans gegen Israel. Nicht nur Hofreiter sieht darin eine akute Umsteuerung von langer Hand geplanter Polit-Projekte hin zu unmittelbaren Krisenmanagement.