Auf dem Schokuhminza-Hof in Herne sind 13 Rinder zuhause, die allesamt aus der intensiven Landwirtschaft befreit wurden. Bisher konnten sie ihren Außenbereich oft nur eingeschränkt nutzen – der Boden war nach Regen matschig, im Winter froren die Tränken zu. Dank der Förderung durch die ANINOVA-Stiftung wurde nun der ganze Paddock neu angelegt: fester, gut drainierter Untergrund und eine robuste Tränke, die auch bei Frost funktioniert. Jetzt haben die Tiere endlich durchgängig Wasser und können draußen sein, egal ob Sonne oder Regen.
Lebenshöfe wie Schokuhminza stemmen täglich enorme Kosten – nicht selten sind solche größeren Projekte kaum ohne Hilfe zu bewältigen, wie Ada Brandt von ANINOVA betont. Ihr Ziel: Mit dem Förderprogramm vor allem an den Punkten unterstützen, wo gemeinnützige Energie allein nicht weiterträgt. Das Programm ist vielseitig: Es springt ein bei Infrastruktur, bei Gesundheitskosten der Tiere, beim täglichen Finanzbedarf, sogar Notfallhilfen sind möglich, etwa nach Feuer oder Krankheit. Eine weitere Facette: Auch Öffentlichkeitsarbeit wie Website-Aufbau kann gefördert werden – ein Punkt, der oft unterschätzt wird.
Das aktuelle Projekt in Herne steht symptomatisch für die Philosophie: Handfeste, nachhaltige Verbesserungen für die Tiere werden so erst möglich. Schon bald, so kündigt die Stiftung an, sollen bundesweit über 50 vegane Lebenshöfe mit ähnlichen Maßnahmen unterstützt werden. Wer sich bewerben will, muss offenlegen, wie die Arbeit funktioniert und belegen, dass konsequent vegan gewirtschaftet wird. Bewerbungen laufen übrigens inzwischen ganz unkompliziert digital.
Zur ANINOVA-Stiftung: Sie setzt sich deutschlandweit für die Rechte und das Wohlergehen von Nutztieren ein, die einen Ausweg aus der Massentierhaltung gefunden haben. Neben der Unterstützung konkreter Höfe fördert sie auch individuelle Tierpatenschaften und hat sich auf die Fahnen geschrieben, Tier- und Konsumethik stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.
Die Förderung des Lebenshofs Schokuhminza durch die ANINOVA-Stiftung steht beispielhaft für den Wandel im Umgang mit 'Nutztieren' in Teilen der deutschen Zivilgesellschaft. Es zeigt sich, dass gesellschaftliches Engagement und gezielte finanzielle Anschubhilfe dazu beitragen können, Lebensbedingungen für Tiere elementar zu verbessern – auch dann, wenn bürokratische oder finanzielle Hürden eigentlich alles lähmen würden. Deutschlandweit gibt es mittlerweile Dutzende solcher Lebenshöfe, und die Nachfrage nach Unterstützung ist riesig – ein Zeichen, dass Tierschutz in der Gesellschaft mittlerweile an enormer Bedeutung gewonnen hat, auch durch die wachsende vegane Bewegung, wie verschiedene Medien in aktuellen Berichten hervorheben. Erst vergangene Woche berichtete beispielsweise die Süddeutsche Zeitung, dass sich die Zahl der Anfragen von Lebenshöfen nach Unterstützung innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt hat und immer mehr junge Menschen sich für alternativen Umgang mit 'Nutztieren' interessieren. Passend dazu meldet die Zeit online, dass auch in anderen europäischen Ländern Lebenshöfe zunehmend Unterstützung erfahren – sowohl durch Spendenaktionen als auch durch politische Initiativen für mehr Tierschutz auf EU-Ebene. Kritisch äußert sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung allerdings zur Finanzierung: Viele Lebenshöfe geraten demnach durch steigende Kosten für Futter und Energie immer wieder ans Limit, sodass Förderprogramme wie das der ANINOVA-Stiftung oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein seien.