Die Sozialdemokratie in Deutschland gerät aktuell arg unter die Räder – zumindest, wenn man auf die Umfragewerte schaut: Im ARD-DeutschlandTrend steht die traditionsreiche Partei bei mageren 13 Prozent. Besonders pikant: Viele einstige SPD-Wähler kehren ihr zunehmend den Rücken und wechseln ausgerechnet zur AfD. Währenddessen sitzt Bärbel Bas, Parteivorsitzende und amtierende Bundesarbeitsministerin, am Hebel entscheidender Reformen. An manchen Themen, beispielsweise der Anpassung des Acht-Stunden-Tags, würde sie scheinbar lieber vorbeischrammen – doch der politische Druck nimmt zu. Wie konsequent ist die SPD in Sachen Reformbereitschaft? Was plant sie, um die Zukunft der Rente zu sichern? Und woher will sie das verloren gegangene Vertrauen der Erwerbstätigen zurückgewinnen?
Diesen Fragen stellen sich bei Caren Miosga am kommenden Sonntag um 21:45 Uhr auf Das Erste, neben Bas selbst, Wirtschaftswissenschaftler Moritz Schularick sowie Daniel Friedrich Sturm vom Tagesspiegel. Man darf gespannt sein, ob am Ende knackige Antworten stehen werden – oder wieder nur das übliche politische Lavieren.
Noch organisatorisch: Eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, umgesetzt von MIO media im Auftrag des NDR, Redaktion Bianca Leitner (NDR). Pressematerial zu Caren Miosga jeweils montags unter www.ard-foto.de. Kontakt bei der ARD: Dr. Lars Jacob, Programmdirektion (Tel.: 089/558944-898, E-Mail: lars.jacob@ard.de), Anfragen zu Miosga selbst über Stephan Clausen (Tel.: 030 28 48 48 15, Mail: stephan.clausen.fm@carenmiosga.de).
Der anstehende TV-Talk von Caren Miosga dreht sich um die angeschlagene SPD, deren gesellschaftliche Relevanz und Reformbereitschaft derzeit an einem seidenen Faden hängen. Mit Parteivorsitzender Bärbel Bas werden am Sonntag essenzielle Fragen zu flexibleren Arbeitszeiten oder der Rentenfinanzierung besprochen – beides Themen, die auch zuletzt in der Fachdiskussion zu heftigem Streit führten. Hinter dem Krisengeplänkel steckt jedoch eine tiefere Sorge: Schafft die SPD überhaupt noch eine neue Identifikation mit der arbeitenden Mitte oder droht dauerhaft ein Abrutschen in politische Bedeutungslosigkeit?
Aktualisierung durch aktuelle Recherchen:
Laut Berichten der taz gehen die Polarisierungen innerhalb der Ampelkoalition nicht nur zulasten der SPD, sondern verschärfen auch die Gesetzesblockaden bei Sozial- und Arbeitsmarktreformen. Die FAZ zitiert Stimmen aus dem linken Flügel, die ein klares Bekenntnis zur solidarischen Rente fordern, während gleichzeitig wirtschaftsliberale Stimmen in der Partei auf eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten drängen – beides bringt Bas in eine Zwickmühle. Wie die Süddeutsche hervorhebt, ist die Unsicherheit unter den Wählern groß, zumal die SPD die Ergebnisse vergangener Reformen nicht ausreichend kommuniziere und damit Gefahr laufe, neue Wählergruppen komplett zu verlieren.