Kopfzerbrechen in Moskau: Jacques Tillys Fall geht in die nächste Runde

Am Dienstag steht Satiriker und Wagenbauer Jacques Tilly in Russland erneut vor Gericht. Kaum scheint der Tumult verheilt, kehrt Unsicherheit zurück.

heute 13:10 Uhr | 6 mal gelesen

Dienstagmorgen, ziemlich früh nach Moskauer Zeit – die Fortsetzung des Prozesses gegen Jacques Tilly, den bekannten Karnevalskünstler aus Düsseldorf, wirft ihre Schatten voraus. Laut eigener Aussage wusste Tilly eigentlich kaum mehr als das Datum: 9.30 Uhr, und das auch nur, weil das Auswärtige Amt ihn informiert hatte. Nach dem ersten, harten Urteil aus dem April – achteinhalb Jahre Gefängnis und eine vierstellige Geldstrafe – startet jetzt offenbar doch überraschend ein Revisionsverfahren. Dass der Fall damit noch nicht erledigt ist, setzt Tilly zu: 'Ich hatte gehofft, das Thema zieht mir keine Energie mehr aus der Seele.' Interessant: Tilly weiß weder, wer die Berufung initiiert hat, noch, warum überhaupt. Über die Gründe und Motive schweigen Behörden – der Karnevalsprovokateur steht im Nebel, wie so oft im Umgang mit fremden Rechtsstaaten. Ursprünglich wurde ihm zur Last gelegt, Russlands Staatsorgane und insbesondere Putin mit Karnevalssatire auf einem umstrittenen Mottowagen beleidigt zu haben. Schon beim ersten Anlauf hatte Tilly wert darauf gelegt, das Moskauer Verfahren nicht zu legitimieren – keinen Anwalt, keine offene Kooperation.

Der Düsseldorfer Satiriker Jacques Tilly sitzt weiter im Mittelpunkt eines russischen Gerichtsdramas. Sein Urteil wegen angeblicher Verunglimpfung russischer Behörden ist noch nicht endgültig: Ein Revisionsprozess ist angesetzt, wobei Tilly nach eigenen Angaben kaum Informationen über das Wie und Warum erhält. Für Kritik sorgt die mangelnde Transparenz – sowohl in Bezug auf die Berufung als auch auf den Umgang russischer Justiz mit westlicher Satire. Aktuell wird in deutschen Medien diskutiert, welche Bedeutung der Fall für die Meinungsfreiheit und den künstlerischen Ausdruck im internationalen Kontext haben könnte. Ergänzend berichtet die 'Süddeutsche Zeitung', Tillys Fall habe eine Debatte über die Absicherung westlicher Künstler vor politisch motivierter Strafverfolgung entfacht. Laut 'DW' ist die internationale Unterstützung für Tilly spürbar gewachsen, auch von Seiten zivilgesellschaftlicher Organisationen. 'Der Spiegel' hebt hervor, dass Tilly bei dem anstehenden Termin auf diplomatischen Rückhalt aus Deutschland zählt, um Willkür vorzubeugen. Unterm Strich bleibt: Die Mischung aus Rechtsunsicherheit und politischen Spannungen prägt das Verfahren weiter – eine Klärung liegt noch in der Ferne.

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