CDU in Sachsen-Anhalt bleibt bei Ausschluss von Linken – trotz gemeinsamer Arbeit am Demokratiegesetz

Obwohl CDU und Linke in Sachsen-Anhalt gemeinsam an einer Parlamentsreform schraubten, will die CDU weiter nichts von einer echten Kooperation mit den Linken wissen.

heute 06:29 Uhr | 2 mal gelesen

Fraktionschef Guido Heuer machte im Gespräch mit dem 'Spiegel' unmissverständlich klar: Für die CDU schließt sich jede inhaltliche Zusammenarbeit mit einer Partei aus, die letztlich den Sozialismus und nicht die soziale Marktwirtschaft anstrebt. Trotzdem hat die CDU im Magdeburger Landtag über ein Jahr hinweg zusammen mit Linken, SPD, FDP und Grünen an einem umfassenden Gesetzespaket gefeilt. Ziel: Das Parlament widerstandsfähiger gegen Verfassungsfeinde machen, die Institutionen – allen voran das Landesverfassungsgericht – stützen. Mit Landtagswahlen im September und einer enorm starken AfD in den Umfragen geht es um grundlegende Sicherungen der Demokratie. CDU-Mann Heuer sagt: Es handle sich vor allem um organisatorische und verfahrensbezogene Neuerungen, für die eine breite politische Mehrheit nötig war. Die Linke hingegen sieht die Zusammenarbeit durchaus als wichtigen Hoffnungsschimmer. Ihr parlamentarischer Geschäftsführer Gebhardt betont die konstruktive Atmosphäre und bezeichnet das Reformpaket als Signal, dass das Land handlungsfähig bleibt – selbst wenn die politischen Mehrheiten bald wackeln könnten.

Die CDU in Sachsen-Anhalt verteidigt öffentlich ihr Kooperationsverbot mit den Linken – auch wenn beide Parteien zusammen mit anderen Fraktionen ein umfangreiches Reformgesetz auf den Weg gebracht haben. Im Zentrum stehen Absicherungen für demokratische Institutionen und Verfahren, die im Angesicht der bevorstehenden Landtagswahl und der Stärke der AfD dringender denn je erscheinen. Während die CDU jegliche politische Annäherung ausschließt, begreift die Linke die gesetzgeberische Zusammenarbeit als konstruktives Zeichen für die Zukunft – ein Balanceakt, der die angespannte politische Lage widerspiegelt. Aktuelle Ergänzungen: Die Reformdiskussion steht bundesweit und auch im Bund unter Beobachtung: Artikel auf Deutschland.de und taz.de berichten über die Suche nach neuen Mehrheitsmodellen angesichts erstarkender rechter Kräfte. In mehreren Leitmedien wird betont, dass bei steigenden Umfragewerten für die AfD in Ostdeutschland die Bildung tragfähiger demokratischer Bündnisse besonders schwierig wird. Zudem melden mehrere Portale, dass institutionelle Demokratie-Absicherungen als Reaktion auf den gesellschaftlichen Ruck nach rechts in den Parlamenten einen neuen Stellenwert erhalten.

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