Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe steigen im Februar spürbar an

Im Februar 2026 hat das Bauhauptgewerbe in Deutschland ein deutliches Plus bei den Auftragseingängen verzeichnet – preisbereinigt sogar 7,6 Prozent mehr als im Vormonat. Besonders kräftig fiel die Steigerung im Hochbau und Tiefbau aus.

heute 08:22 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich müsste man meinen, dass der Baubranche angesichts der Auftragszahlen das Lächeln schwer aus dem Gesicht zu nehmen wäre: Von Januar auf Februar 2026 haben die kalender- und saisonbereinigten Auftragseingänge einen Satz nach oben gemacht – satte 7,6 Prozent mehr, wenn man die Preisentwicklung herausrechnet. Im Hochbau waren es 8,6 Prozent, beim Tiefbau immerhin auch noch 6,7 Prozent. Doch trügt das Bild, schaut man auf den Dreimonatsvergleich: Zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 lag der Mittelwert aller Aufträge um 4,6 Prozent unter dem der vorausgehenden drei Monate, im Hochbau sogar um 9,2 Prozent. Joa, klingt weniger berauschend, nicht wahr? Im Vorjahresvergleich allerdings gibt es wieder Lichtblicke: Gegenüber Februar 2025 stieg der auf reale Werte bereinigte Auftragseingang um fast 10 Prozent – eine gehörige Schippe mehr Arbeit also. Vor allem im Tiefbau, da hat’s richtig geknallt: ein sattes Plus von 19,2 Prozent. Der nominelle Auftragseingang schoss sogar 12 Prozent in die Höhe. Und jetzt der kleine Haken: Während die Aufträge steigen, ist der Umsatz im Februar im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 13 Prozent eingebrochen (nominal minus 10,8 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro). Rätselhaft, irgendwie. Was wenigstens wächst, ist die Beschäftigung: Mit knapp 537.000 Beschäftigten lag die Zahl 0,9 Prozent über der im Februar 2025. Übrigens beziehen sich die Zahlen immer auf Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden – die ganz kleinen werden also gar nicht mitgezählt.

Im Februar 2026 sind die realen Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vormonat kräftig gestiegen, wobei sowohl Hochbau als auch Tiefbau zulegen konnten. Trotz dieser positiven Momentaufnahme bleibt die längerfristige Entwicklung durchwachsen, da der Dreimonatswert rückläufig ist. Der Auftragseingang liegt zwar im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher, Verkäufe und Umsätze hinken jedoch hinterher – vermutlich, weil Material- und Energiepreise, anhaltende Unsicherheiten bei Finanzierungen sowie Grundstücksknappheit die Umsetzung gebremst haben. Angesichts der Beschäftigungszahlen ist aber zumindest keine massive Krise zu erkennen. Aktuelle Recherchen zeigen außerdem: Laut "FAZ" und "Spiegel" bleibt der Wohnungsbau vor allem durch hohe Bauzinsen und Fachkräftemangel unter Druck, während die öffentliche Hand im Tiefbau für neue Impulse sorgt.

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