Kurze Momente, in denen ich mein Smartphone checke: Nachrichten schwirren vorbei – oft präsentiert von Gesichtern, die nie in einer klassischen Redaktion gearbeitet haben, aber irgendwie trotzdem mein Vertrauen gewinnen. Genau hier setzt das neue Programm der dpa an: 'Creator x News' will die verschwimmenden Grenzen zwischen etabliertem Journalismus und neuen digitalen Stimmen produktiv nutzen. Wie Teresa Dapp (dpa-infocom) betont, begegnen viele Menschen aktuellen Themen zuerst auf Social Media, weshalb faktenbasierte Information auch dort gestärkt werden muss. Gerrit Rabenstein von Google wiederum sieht einen neuen Resonanzraum für die Kooperation zwischen traditionellen Medienhäusern und jugendlichen Stimmen, die frische Impulse liefern.
Los geht’s mit einer Art 'Bootcamp': News-Influencer:innen und junge Journalisten tüfteln gemeinsam an Medienkompetenz, innovativen Geschäftsmodellen und dem richtigen Umgang mit KI. Klar, Trainings für KI-Werkzeuge gibt’s obendrauf, und erfahrene dpa-Redakteure steuern Workshops bei, die tiefer in die journalistische Praxis hineinreichen als viele Uni-Seminare.
Alles ist auf Zusammenarbeit ausgerichtet – keine Einbahnstraße, sondern Praxis: Medienhäuser und Creator entwerfen und testen neue Formate, bringen ihre jeweiligen Stärken ein. Beispielsweise können Publisher durch Social-Media-Profis lernen, wie Interaktion mit Communities funktioniert, während sie selbst Know-how zu Medienrecht oder journalistischer Ethik einstreuen.
Das große Ganze? Die Erkenntnisse werden gesammelt, dokumentiert und später in einem Whitepaper veröffentlicht. Gegen Ende des Jahres bildet eine Veranstaltung in Hamburg den vorläufigen Schlusspunkt. Da wird beleuchtet, was funktioniert hat – und was vielleicht auch schiefging. Wer tiefer einsteigen will, findet mehr Details unter https://www.dpa.com/de/news-creator.
Zur dpa selbst: Seit 1949 unterwegs, ist sie heute mit rund 1.000 Journalist:innen an 140 Orten und in sieben Sprachen präsent – ein Gigant, der Wert auf Unabhängigkeit und Transparenz legt. Und der ausdrücklich projektbezogene Förderungen nicht grundsätzlich ausschließt, sie aber nach strenger Prüfung offenlegt.
Mit 'Creator x News' reagiert die dpa auf die wachsende Bedeutung von Social-Media-News und hybriden journalistischen Stimmen. Das Programm, unterstützt von der Google News Initiative, schafft eine Experimentierplattform, in der Influencer:innen, junge Medienmacher:innen und klassische Redaktionen praktische Projekte entwickeln und testen – von der Umwandlung klassischer Recherchen in Social-Formate bis zum beidseitigen Austausch von Expertise im Community-Management oder Medienrecht. Die Erfahrungen, die dabei entstehen, sollen nicht nur unmittelbar in Form eines Whitepapers, sondern auch mittelbar bei einem Branchenevent geteilt werden, um das Nachrichten-Ökosystem langfristig zu prägen. Zusätzlich berichten aktuelle Artikel, dass die Zusammenarbeit mit Creator:innen für Medienhäuser immer relevanter wird, weil sich so neue Zielgruppen erschließen und innovative Inhalte entwickeln lassen. Ähnliches lässt sich auch international beobachten, etwa bei der BBC oder der New York Times, die mit externen digitalen Stimmen experimentieren. Zeitgleich ist besonders der Austausch zu KI-Anwendungen im Journalismus ein zentrales Thema, wie diverse Medien in den letzten 48 Stunden erneut betonen.