Knapp ein Jahr ist ins Land gezogen, und wieder muss der Verfassungsschutz in Berlin zugeben, dass die Zahl der Extrem-Straftaten nicht schrumpft, sondern vielmehr noch etwas gestiegen ist. 2025 sind 58.851 Delikte mit extremistischem Einschlag dokumentiert; das sind mehr als im Vorjahr (57.701). Besonders heikel: Die Gewalttaten in diesem Kontext haben einen Sprung gemacht – etwa zehn Prozent mehr gab es, konkret 3.294 Fälle, im Vergleich zu 2.976 im Jahr davor.
Interessant, vielleicht sogar alarmierend, ist auch ein anderer Aspekt: Deutschland bleibt bevorzugtes Spielfeld für ausländische Geheimdienste, nicht zuletzt aus Russland, China und dem Iran. Deren Augenmerk richtet sich gezielt auf politische Entscheidungen, militärische Entwicklungen, wirtschaftliche Interessen sowie die Wissenschaft. Das Ziel? Informationen absaugen, manipulieren und hin und wieder sabotieren.
Was Extremismus betrifft: Besonders Rechtextreme haben Zuwachs bekommen – eine Zunahme von 17 Prozent heißt, es gibt 58.700 Rechtsextreme, darunter 15.600 mit Gewaltpotenzial. Bei den Linksextremen sieht es zwar weniger dramatisch aus, aber auch deren Zahl steigt: 42.200 Menschen (11.600 davon mit gewalttätiger Neigung). Der islamistische Bereich wuchs leicht auf 28.645 Personen, aber das gewaltorientierte Potenzial schrumpfte minimal. Und ja, selbst im auslandsbezogenen Extremismus zeigen sich ähnliche Tendenzen – inzwischen 33.850 Menschen, davon gut zwei Drittel als potenziell gewaltbereit eingeschätzt.
Irgendwie drängt sich das Gefühl auf, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt hier auf eine Zerreißprobe gestellt wird. Vielleicht naiv zu hoffen, das alles würde sich einfach auswachsen.
Die neuen Zahlen des Verfassungsschutzes zeigen, dass ideologische Gewalt und Extremismus in Deutschland 2025 weiter zunehmen. Sorgenvoll blicken die Behörden insbesondere auf das erhebliche Wachstum bei Rechtsextremen und gewalttätigen Taten. Aber auch linksextreme und islamistische Tendenzen bleiben – mit kleinen Schwankungen – auf hohem Niveau. Ausländische Nachrichtendienste nutzen die fragilen politischen und gesellschaftlichen Zustände aus, um Einfluss auszuüben und Informationen zu stehlen. Die aktuelle Diskussion dreht sich um verschärfte Sicherheitsgesetze und die steigende Unsicherheit im Alltag vieler Menschen. Laut einer Recherche der Süddeutschen Zeitung werden auch gezielte Cyberattacken und Desinformationskampagnen durch ausländische Akteure als Bedrohung wahrgenommen. Die Debatte um gesellschaftlichen Zusammenhalt nimmt Fahrt auf: Politiker, NGOs und Experten fordern umfassende Präventions- und Integrationsmaßnahmen, um der Polarisierung entgegenzuwirken.