Deutschland: Dritter Platz in der globalen Wirtschaft – trotz aller Stürme

Auch auf unsicherem wirtschaftlichen Terrain behauptet Deutschland 2025 seine Position als drittgrößte Volkswirtschaft weltweit – ein Balanceakt zwischen Industrie-Tradition und neuem Konkurrenzdruck.

heute 11:30 Uhr | 7 mal gelesen

Nach aktuellen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die am Montag veröffentlicht wurden, beträgt die jährliche Gesamtleistung der deutschen Wirtschaft – alles zusammengerechnet, was produziert und geleistet wird – satte 5.100 Milliarden Dollar. Damit platziert sich Deutschland erneut hinter den beiden Riesen USA (30.800 Mrd. Dollar) und China (19.500 Mrd. Dollar), bleibt also auf Rang drei. Japan, das mit 4.400 Milliarden Dollar folgt, hat erst vor Kurzem seine Rolle als Nummer drei an Deutschland abgeben müssen – ein kleiner, aber dennoch spürbarer Wechsel in der Weltwirtschaft. Eigentlich kämpfen Deutschland und Japan seit Jahren mit denselben Herausforderungen: globusweite Abschottungstendenzen, dem immer stärkeren Druck aus China und Bevölkerungen, die stetig älter werden. Beachtenswert ist, wie beide Länder sich weiter gegen das immer rasanter werdende Wachstum von USA und China behaupten müssen. Diese beiden Länder liegen besonders bei Innovationsthemen wie künstlicher Intelligenz oder Hightech vorn – und punkten zusätzlich mit gigantischen Binnenmärkten, in denen sich vieles leichter ausprobieren und skalieren lässt. Trotzdem gibt es in Deutschland noch ein paar Asse im Ärmel: eine tüchtige Industrie – manchmal etwas träger, aber enorm widerstandsfähig und vielfach technisch weltweit führend. Die IW-Prognose rechnet für 2026 weiter mit Platz drei, unterstützt von klugen Köpfen und Innovationsdrang. Von Erholung auf der Überholspur kann aber keine Rede sein. Nach zwei mageren Jahren soll es für die Wirtschaft nur vorsichtig um ein Prozent bergauf gehen. Ohne den Schub staatlicher Investitionen würde es vermutlich noch langsamer laufen. Indien – dynamisch, jung, fast schon energetisch ungeduldig – könnte gegen Ende der 2020er Jahre zum Sprung ansetzen und Deutschland überholen. Paradoxerweise könnte genau das eine Chance sein, sofern deutsche Unternehmen ihre Fühler noch stärker nach Südostasien ausstrecken: weil neue Märkte immer auch frische Absatzchancen bieten. Statt also nervös zu werden, hieße es: Handelsbeziehungen ausbauen, neugierig bleiben.

Deutschland schafft es, trotz konjunktureller Flaute und internationalem Konkurrenzdruck, seine Rolle als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zu halten. Die Industrie bleibt der Anker der deutschen Wirtschaftskraft, unterstützt von einer gut ausgebildeten Arbeitswelt und Technologieführerschaft in einigen Bereichen, allerdings verlangsamt durch Strukturprobleme und den weltweit aufflammenden Protektionismus. Gleichzeitig rückt Indien als aufstrebende Wirtschaftsmacht näher, sodass sich Deutschland darauf fokussieren sollte, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu diesen neuen Märkten auszubauen – darin steckt vermutlich mehr Zukunft, als man auf den ersten Blick meinen würde. Weitere Details aus aktuellen Medienberichten zeigen, dass die Unsicherheiten rund um globale Lieferketten, Energiepreise und geopolitische Spannungen weiterhin wie ein Schatten über Deutschlands Wirtschaft hängen. Trotzdem investieren Unternehmen wieder mehr in Digitalisierung und den Ausbau nachhaltiger Produktionen. Besonders das verhältnismäßig solide Netz aus Mittelständlern sorgt für einen gewissen Halt – doch viele Experten warnen, dass Deutschland dringend Reformen anpacken muss, um nicht doch noch hinter dynamische Länder wie Indien zurückzufallen.

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