Der deutsche Bevölkerungsschutz steht, man kann es drehen und wenden wie man will, auf recht wackeligen Beinen. Der Klimawandel sorgt für Extremwetter, Starkregen hier, Waldbrand da – vieles, was früher selten war, ist heute fast schon Routine. Dazu kommt: Geopolitische Unsicherheiten, wie sie aktuell in Europa wieder sehr greifbar erscheinen, belasten die Einsatzkräfte zusätzlich. Und, vielleicht am bedrückendsten, das Ehrenamt – die alte, zuverlässige Grundlage vieler Einsätze – bröckelt. Nehmen wir noch die ständig knappen Kassen dazu, merkt man schnell: Allein kommt keine Organisation hier weiter voran.
Vor diesem Hintergrund schmieden die großen deutschen Feuerwehrverbände – vfdb, DFV, AGBF und WFVD – einen neuen Bund. Es geht um nicht weniger als eine gemeinsame Strategie: Ressourcen teilen, Wissen zusammenwerfen und regelmäßiger, ehrlicher Erfahrungsaustausch. Bei aller Routine im Alltag, solche grundsätzlichen Allianzen sind keineswegs selbstverständlich. Doch der Ernst der Lage – bis tief in die Kommunen hinein spürbar – lässt ein neues Miteinander wachsen.
Ein erster Schritt: Entwicklung einer übergreifenden Gesamtstrategie. Dafür wurde eigens die „Hannoveraner Erklärung“ als Impuls veröffentlicht. Ziel ist es, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen – für mehr Durchschlagskraft in Politik und Gesellschaft.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse bringt es auf den Punkt: "Was bisher nebeneinanderher lief, muss jetzt zusammenwachsen – im Sinne praktischer, zukunftsfähiger Lösungen." Und sein Kollege Dirk Aschenbrenner von der vfdb ergänzt, dass vor allem die geballte Innovationskraft aus den jeweiligen Verbänden ein echter Gewinn sei. Jochen Stein (AGBF) pocht dabei auf effiziente Ressourcennutzung, während Martin Wilske (WFVD) vor allem die Erfahrung der Werkfeuerwehren im Umgang mit gefährlichen Lagen hervorhebt.
Über Facebook und die Webseite des DFV bleiben Interessierte am Ball – und wer Fragen hat, meldet sich eben mal kurz telefonisch oder per Mail. (Hier noch ein netter Fun Fact: Die 112 ist nicht nur die Nummer für den Notfall, sondern auch das berühmte Motto des Feuerwehrverbands auf sozialen Kanälen!)
Der Himmel über Hannover steht an diesem Tag jedenfalls ein gutes Stück im Zeichen einer neuen Zusammenarbeit. Alle hoffen, dass daraus mehr wird als eine Geste.
Vier große deutsche Feuerwehrverbände haben auf der Interschutz-Messe in Hannover eine tiefere Vernetzung und Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist es, im Umgang mit Klimakrise, Personalmangel und finanziellen Engpässen schlagkräftiger und zukunftsorientierter agieren zu können. Aktuelle Berichte verschiedener Medien beleuchten zudem, dass Feuerwehren in Deutschland vermehrt mit Extremwetterlagen, etwa mit Hochwasser und Bränden, konfrontiert sind, was die Dringlichkeit solcher Allianzen unterstreicht. Ergänzend sei erwähnt, dass die Integration von Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte weiter ausgebaut werden soll, um die Vielfalt und Innovationskraft der Feuerwehrteams zu stärken. Des Weiteren zeigen neue Projekte zur Digitalisierung und moderne Ausbildungskonzepte, dass die Feuerwehren verstärkt auf neue Technologien und Vernetzungen setzen. Auch fördert der Schulterschluss die Lobbyarbeit gegenüber der Politik – immer öfter fordern die Verbände jetzt eine bessere Finanzierung und abgestimmte Gesetzesinitiativen für den Katastrophenschutz.