Es ist fast schon ein politischer Déjà-vu-Moment: Wieder einmal ringen die USA und der Iran um ein potenzielles Abkommen, diesmal wird jedoch besonders heftig über gut 24 Milliarden US-Dollar gestritten, die seit Jahren auf Eis liegen. Mohsen Rezaei, der als Berater Khameneis eng am Puls der iranischen Macht sitzt, ließ bei CNN wenig Zweifel am Standpunkt Teherans: Ohne Vorleistung bewegt sich hier nichts. Interessant: Der Iran fordert, dass 12 Milliarden Dollar sofort nach Unterzeichnung eines ersten Deals freigegeben werden, der Rest später – fast wie bei einem schlecht gelaunten Hand-werk-deal, bei dem die Hälfte nach getaner Arbeit zu zahlen ist. Ob das auf amerikanischer Seite Begeisterung auslöst? Eher nicht. US-Regierungsvertreter, verständlicherweise vorsichtig, warnen davor, ihren letzten Trumpf aus der Hand zu geben, bevor Teheran Zugeständnisse macht.
Rezaei ließ auch durchblicken, wie schnell aus einem eingefrorenen Konflikt ein lichterloh brennender Flächenbrand entstehen könnte: Sollte Washington zu den Waffen greifen, droht Teheran, die militärischen Flammen über den gesamten Persischen Golf hinauszutragen – bis in den Indischen Ozean, zum Bab al-Mandab, rund ums Rote Meer und rauf ins Mittelmeer. Eine Drohkulisse, die keine halben Sachen kennt und vermutlich gerade deshalb so ernst genommen wird. Zugleich schloss Rezaei ein direktes Treffen zwischen Trump und dem eigentlichen Strippenzieher in Teheran – Khamenei – kategorisch aus.
Während hochrangige Diplomaten im Schatten der Milliarden feststecken, wird auf unterer Ebene längst scharf geschossen: US-Streitkräfte meldeten am Wochenende, erfolgreich Raketen und Drohnen abgefangen zu haben, die Richtung Straße von Hormus und Golf abgefeuert wurden – mutmaßlich aus Iran. Sirenen heulten in Kuwait und Bahrain, die Anspannung greifbar. Teheran rechtfertigte seine "Warn-Schüsse" als Reaktion auf US-Navy-Manöver, das Pentagon reagierte mit Angriffen auf iranische Radaranlagen, ein gefährliches Hauen und Stechen weit entfernt von diplomatischen Höflichkeiten.
So ganz nebenbei wurde im Libanon ein General durch einen israelischen Luftschlag getötet. Die libanesische Armee bestätigte den Vorfall, staatsnahe Medien sprachen von über 20 weiteren Todesopfern. Es wirkt, als würde rund um den Konflikt jeder Funke sofort ein neues Feuer entfachen – friedliche Lösungen fühlen sich gerade außerhalb der Reichweite an.
Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA stehen auf wackeligen Beinen, zentraler Streitpunkt sind über zwei Dutzend Milliarden US-Dollar iranischer Vermögenswerte, die nach wie vor im Ausland blockiert sind. Während Teheran Druck macht und die Freigabe noch vor tatsächlichen Zugeständnissen fordert, warnen US-Vertreter davor, den letzten diplomatischen Hebel zu verlieren. Die jüngsten militärischen Zwischenfälle – Drohnenangriffe, Raketen, Luftschläge auch im weiteren Nahen Osten – verschärfen die Situation zusätzlich und zeigen, dass aus diplomatischem Stillstand rasch offene Eskalation werden kann.
Ergänzend fand ich: Nach aktuellen Berichten auf Quelle: [DW] steht die Verhandlungsbereitschaft beider Seiten aktuell unter erheblichem Druck innenpolitischer Entwicklungen; sowohl in den USA als auch im Iran nimmt die Hardliner-Front zu, und Kompromisse werden zur Mangelware. Zudem beleuchtet Quelle: [FAZ] die internationalen Auswirkungen, insbesondere auf die Energiepreise und die Stabilität der globalen Handelsströme – denn jeder Konflikt im Golf, und sei er nur angedeutet, treibt die Märkte weltweit in Unsicherheit. Auch Quelle: [ZEIT] vertieft die Analyse der jüngsten Raketenangriffe im Kontext von Stellvertreterkonflikten in der Region, unterstreicht dabei die Rolle Israels und anderer Akteure und warnt davor, dass ein einziger Fehler eine Spirale auslösen könnte, aus der niemand mehr aussteigt.