DFB-Trikots: Bundestagsausschuss-Chefin Özoğuz verlangt faire Preise

Kurz vor Anpfiff der Fußball-WM mahnt Aydan Özoğuz, Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses (SPD), dass die DFB-Trikots für Fans und Familien erschwinglicher werden müssen. Sie wünscht sich, dass sich wirklich jeder mit dem deutschen Team kleiden kann.

heute 06:36 Uhr | 7 mal gelesen

Mal ehrlich: Über 100 Euro für ein Fußballtrikot? Selbst als Gelegenheitsfan reibt man sich da verwundert die Augen. Aydan Özoğuz, die beim Bundestagsausschuss für Sport den Ton angibt, spricht es aus: so wird Fußball zur Sache der Gutverdiener. Alle – von Adidas bis zum DFB – wollen an der Begeisterung mitverdienen, aber die eigentliche Leidenschaft, die auf der Straße passiert, die kommt zu kurz, wenn ein offizielles Trikot schon fast so teuer ist wie der Stadionbesuch. Özoğuz meint dazu ziemlich nüchtern, dass es schade wäre, wenn die Trikots in den Regalen verstauben, während draußen die Fans in die Röhre gucken. Erwachsene zahlen aktuell deutlich über 100 Euro für eines dieser berühmten Leibchen, für Kindertrikots muss man mindestens 75 Euro auf den Tresen legen. Im Vergleich zu früheren Jahren, in denen die Preise noch etwas freundlicher wirkten, ist das schon ein ziemlicher Sprung. Klar, Qualität, Lizenzen, Marketing – aber Fußball lebt eben davon, dass alle mitmachen können. Immerhin: Vielleicht tut sich ja noch was beim Preis. Ganz ehrlich, wäre auch höchste Zeit.

Die Forderung nach niedrigeren DFB-Trikotpreisen kommt nicht aus heiterem Himmel: Fußball in Deutschland gilt als Massensport – und trotzdem steigen die Preise für Fanartikel stetig. Interessant übrigens, dass andere europäische Länder bei Nationaltrikots teils deutlich geringere Preise aufrufen. Laut FAZ (Stand heute) verkauft der englische Fußballverband beispielsweise seine Nationaltrikots für umgerechnet etwa 70 Euro. Kaum verwunderlich, dass es auch in Deutschland Debatten gibt: Viele empfinden die aktuellen Preise als abschreckend, besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Hersteller wie Adidas argumentieren oft mit gestiegenen Produktions- und Lizenzkosten, doch das Kernproblem bleibt: Je teurer das Fan-Dasein wird, desto mehr droht der Graben zwischen Verein und Basis zu wachsen. Selbst Özoğuz sieht darin ein gesellschaftliches Problem. Das Thema ist also weit mehr als reine Konsumkritik – es geht um Teilhabe, Identität und Gemeinschaftsgefühl rund ums Spielfeld.

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