Die Linke will Antisemitismus entschlossener entgegentreten – Parteitag als Wendepunkt

Kurz vor dem Bundesparteitag in Potsdam stellt die Linken-Chefin Ines Schwerdtner unmissverständlich klar: Gegen Antisemitismus und Rassismus soll es in ihrer Partei künftig keinerlei Toleranz mehr geben. Im Interview mit dem Berlin Playbook von Politico zieht sie eine deutliche Grenze.

vor 57 Minuten | 2 mal gelesen

Manchmal gibt es Momente, in denen Worte plötzlich an Gewicht gewinnen – offenbar steht ein solcher Augenblick für die Linke bevor. Die Partei hatte sich in der Vergangenheit mehrfach mit schwierigen Debatten um israelkritische und bisweilen antisemitische Äußerungen in ihren Reihen konfrontiert gesehen. Nun will Ines Schwerdtner einen Schlussstrich ziehen: Der anstehende Beschluss auf dem Parteitag solle für alle deutlich machen, dass Antisemitismus und Rassismus keinerlei Platz mehr bei den Linken haben dürfen. Ihre Beobachtung: Innerhalb der Partei gäbe es dafür große Rückendeckung, ein (seltenes) Gefühl von Einigkeit. Interessant bleibt zugleich ihre Warnung davor, jede kritische Anmerkung zur israelischen Regierung pauschal als antisemitisch zu etikettieren – 'Das ist ein Unterschied', betonte sie, fast schon belehrend. Vor allem müsse eine Grenze gezogen werden zwischen der politischen Debatte über Israels Regierung und den Sorgen, die jüdische Menschen hierzulande aktuell tatsächlich belasten. "Nicht alles über einen Kamm scheren" klingt irgendwie banal, aber manchmal ist das eben schwerer, als es scheint.

Die Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, kündigt einen strikten Parteitagsbeschluss gegen Antisemitismus an, um die teils aufgeheizte Debatte innerhalb der Linken abzuräumen und ein klares Signal nach außen zu setzen. Sie engagiert sich dafür, Kritikkultur zuzulassen, aber gleichzeitig antisemitische und rassistische Tendenzen kompromisslos zu ächten; das Vorhaben findet offenbar parteiintern breite Zustimmung. Darüber hinaus haben in den letzten Tagen verschiedene Medien berichtet, dass nicht nur die Linke, sondern auch andere Parteien angesichts steigender antisemitischer Vorfälle vor verschärfte Herausforderungen beim Umgang mit innerparteilichen Meinungsdifferenzen, Solidaritätsbekundungen und dem Schutz jüdischen Lebens gestellt werden.

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