DLRG-Statistik 2025: Weniger Todesfälle beim Schwimmen – aber Sorgen bleiben

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft zieht eine gemischte Bilanz für das Baden in Deutschland 2025: 393 Menschen sind ertrunken – das sind zwar weniger als im Jahr davor, aber ein Grund zur Entwarnung ist das kaum. Besonders der sonnige Juni forderte viele Leben. Die DLRG sieht die Ursachen vor allem in fehlendem Schwimmunterricht und mangelnder Vorsicht. Und sie mahnt: Prävention ist wichtiger denn je.

heute 12:22 Uhr | 3 mal gelesen

Es sind Zahlen, die nachdenklich machen: 393 Menschen sind 2025 in deutschen Gewässern ums Leben gekommen – ein Rückgang im Vergleich zu 2024, aber immer noch deutlich zu viele. Der Sommermonat Juni, der besonders sonnig und einladend war, verzeichnete allein 69 Todesfälle – an einem einzigen Wochenende sogar 15. Danach ließ das Badewetter etwas nach, was sich unmittelbar in sinkenden Unfallzahlen bemerkbar machte. Heißt das aber, Entwarnung für Eltern, Wassersportfreunde oder ältere Menschen? Eher nicht. Denn der Anteil der tödlichen Unfälle bei jungen Menschen zwischen 11 und 30 Jahren ist deutlich gestiegen. Viele unterschätzen nach wie vor die Gefahren, gerade wenn Übermut, Gruppendruck oder einfach ein Bier mit im Spiel sind – meist trifft es junge Männer. Und auch wenn die Zahl der ertrunkenen Kinder niedrig blieb, gibt es hier keinen Grund zur Sorglosigkeit: Die Mehrheit der Kinder verlässt die Grundschule ohne sicheren Schwimmstil.

Ein weiteres, oft unterschätztes Thema: Die meisten Toten forderten nicht Anteil die beliebten Strände der Ostsee oder der Freibäder, sondern die Seen, Teiche und Flüsse vor der eigenen Haustür. Dort fehlen häufig Rettungsschwimmer und Sicherheitsvorkehrungen. Dagegen setzt die DLRG auf ehrenamtliche Einsätze: Über 6.000 Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer waren im Einsatz – trotzdem können sie nicht überall sein.

Vieles ließe sich verhindern, sagt die DLRG-Präsidentin Ute Vogt, würde man mehr auf Aufklärung und Schwimmunterricht setzen – besonders in der Schule und in sozialen Brennpunkten. Es fehlt aber nicht nur an Hallenbädern und Lehrern, sondern auch an politischem Willen. Abschließend bleibt der Appell: Gewässer sind nie risikofrei, und jeder kann etwas zur eigenen Sicherheit beitragen – am besten, indem man Risiken nüchtern einschätzt, Schwimmen (richtig!) lernt und Verantwortung übernimmt.

2025 ist die Zahl der Ertrunkenen in Deutschland leicht zurückgegangen, bleibt aber auf alarmierendem Niveau: Besonders Männer und junge Menschen sind gefährdet. Auffällig ist, dass Badeunfälle häufiger an unbeaufsichtigten Naturgewässern wie Seen und Flüssen passieren als an Stränden mit Rettungspersonal. Die DLRG verlangt mehr Investitionen in die Schwimmausbildung und einen stärkeren Fokus auf Präventionsarbeit, auch weil viele Grundschüler das Schwimmen nicht sicher beherrschen. Im Vergleich zu den letzten Jahren hat sich gerade das Freizeitverhalten jüngerer Menschen als Risikofaktor herausgestellt – oft spielen hier auch Sorglosigkeit und Alkohol eine Rolle. Die Debatte um Schwimmunterricht wird mittlerweile bundesweit geführt, da sich laut mehreren Medien im letzten Jahrzehnt die Zahl der Schwimmbäder reduziert hat, was den Zugang zum Schwimmenlernen weiter erschwert. Zusätzlich weisen aktuelle Berichte darauf hin, dass die Ehrenamts-Infrastruktur am Limit ist und viele Gemeinden auf private Initiativen angewiesen bleiben. Insgesamt fordert die DLRG einen Kurswechsel: Weniger Bürokratie, mehr Wasserkompetenz in Schule und Familie.

Schlagwort aus diesem Artikel